08. Oktober 2009 12:05
Keine guten Nachrichten bringt das jährliche "Times Higher
Education World University Ranking" für die österreichischen Unis. Die
als einzige heimische Hochschule noch in den Top 200 vertretene Universität
Wien ist vom 115. auf den 132. Platz zurückgefallen. Besonders schlecht hat
sie erneut beim zahlenmäßigen Betreuungsverhältnis abgeschnitten. Beste
Universität im Ranking ist wie im Vorjahr die Harvard University, auf dem
Vormarsch befinden sich laut Studienautoren die asiatischen Unis.
(c) APA
Das gesamte Ranking finden Sie hier.
Das sind die Kriterien
Für die Rangliste wurden sechs verschieden
gewichtete Kriterien berücksichtigt: Hauptfaktor ist eine Bewertung von rund
10.000 Wissenschaftern aus aller Welt, welche die besten Unis in ihrem
jeweiligen Fachgebiet genannt haben ("Academic Peer Review").
Weitere Kriterien sind die Bewertung durch Arbeitgeber, das Zahlenverhältnis
zwischen Beschäftigten und Studenten, die Relation von wissenschaftlichen
Zitaten zur Zahl der Beschäftigten sowie der Prozentsatz ausländischer
Forscher und Studenten. Top-Wert in jeder Kategorie sind 100 Punkte. Während
die Uni Wien etwa bei der "Peer Review"-Bewertung respektable 86
Punkte erreichte, kam sie beim Betreuungsverhältnis nur auf 13 Punkte.
USA und GB führen Ranking an
Unter den Top zehn der
Rangliste zeigt sich nach wie vor die Dominanz US-amerikanischer und
britischer Hochschulen: Die Harvard University (USA) verteidigte Platz eins
erfolgreich, dahinter tauschten die University of Cambridge (Platz zwei) und
die Yale University (USA/drei) die Plätze. Rang vier sowie der ex aequo
vergebene fünfte Platz gingen mit dem University College London, dem
Imperial College London und der University of Oxford an Großbritannien. Auf
den Plätzen sieben bis 16 finden sich wieder ausschließlich US-Unis. Die
beste kontinentaleuropäische Uni ist erneut die ETH Zürich auf Platz 20,
gefolgt von der Ecole normale superieure in Paris (28) und der Ecole
polytechnique bei Paris (36).
Asien holt auf
Dahinter zeigt sich aber ein deutlicher Vormarsch
der asiatischen Unis (bester Platz: University of Tokio auf Rang 22),
während einige US-Hochschulen aus den Top 200 flogen. Ebenfalls auffällig:
Die meisten direkten Konkurrenten der österreichischen Unis in der Schweiz
und Deutschland haben zugelegt: Die ETH Zürich verbesserte sich um vier
Plätze auf Platz 20, die ETH Lausanne von 50 auf 42, die Technische
Universität (TU) München von 78 auf 55, die Uni Zürich von 106 auf 92 und
die Freie Uni Berlin von 137 auf 94.
Von den 200 Top-Unis liegen 54 in den USA und 29 in Großbritannien. Ex aequo
(mit Kanada und Japan) auf Platz drei liegen die Niederlande (elf), gefolgt
von Deutschland (zehn). Die Schweiz kommt auf sieben Plätze in den Top 200,
Belgien und Schweden auf je fünf. Umgekehrt sind die TU Wien und die Uni
Innsbruck in den vergangenen Jahren aus den Top 200 gefallen.
Über eine Verbesserung in einem anderen Ranking kann sich dagegen die
Wirtschaftsuniversität (WU) Wien freuen. Die "Financial Times"
reihte in dieser Woche das Studium der Internationalen Betriebswirtschaft an
der WU auf Rang 16 ihrer heurigen "Masters in Management"-Rangliste.
Damit verbesserte sich die WU um zwei Plätze. Angeführt wird die Liste vom
CEMS-Programm (The Global Alliance in Management Education), einem aus 28
akademischen Einrichtungen sowie Unternehmenspartnern bestehenden Programm,
das an der WU ebenfalls angeboten wird.