12. August 2009 08:21

"Lasst sie in Ruhe" 

Vater hat Angst um Natascha

Solange ihr Entführungsfall nicht restlos geklärt ist, kommt Opfer Natascha Kampusch nicht zur Ruhe - meint auch ihr Vater Ludwig Koch.

Vater hat Angst um Natascha
© TZ Österreich

Kein Tag ohne neue Schlagzeilen im Entführungsfall Kampusch. Dienstag stellten sich alle Mitglieder der Sonderkommission – darunter Kapazitäten wie Oberösterreichs Kripochef Rudolf Keplinger, Star-Profiler Thomas Müller und Ex-OGH-Präsident Johann Rzeszut – hinter Aussagen des Leiters Ludwig Adamovich.

Drei Fragen
Der Top-Jurist hält es für keineswegs erwiesen, dass Kidnapper Wolfgang Priklopil ein Einzeltäter war. Denkbar somit, dass dem 21-jährigen Opfer auch heute noch von etwaigen Komplizen oder Mitwissern Lebensgefahr drohe. Empfehlung an die Polizei-Soko daher, drei offene Fragen zu klären: Wie passierte die Entführung? Wie lief die Gefangenschaft ab? Und wer wusste davon? Exakt diese Fragen lassen auch Nataschas Vater seit dem 23. August 2006 nicht ruhig schlafen. Denn als seine Tochter damals ihrem Peiniger entkam, hatte Ludwig Koch „gleich das Gefühl, der Fall ist mit Priklopils Selbstmord keineswegs geklärt“.

ÖSTERREICH: Herr Koch, was sagen Sie zu den neuen Ermittlungen?

LUDWIG KOCH: Die Adamovich-Kommission schickt der Himmel, weil endlich Schluss ist mit der ständigen Geheimnistuerei. Jetzt wird es spannend.

ÖSTERREICH: Glauben Sie, dass wirklich Lebensgefahr für Ihre Tochter besteht?

KOCH: Es reicht schon, wenn sie erpressbar ist. Genau deshalb dränge ich ja seit drei Jahren auf restlose Klärung des Falles – so wie ich Natascha nach ihrem Verschwinden über achteinhalb Jahre nie aufgegeben habe. Und ich werde mit meiner Überzeugung, dass Priklopil nicht allein war, wieder recht behalten.

ÖSTERREICH: Sie haben Kontakt zur Soko. Glauben Sie an einen Ermittlungserfolg?

Koch: Das sind erstklassige Kriminalisten. Wie ich höre, verfolgen die einige Spuren. Es gab seltsame Kontakte Priklopils zu einer Pornohändlerin, zu einem Berufsoffizier und natürlich schauen die sich jetzt auch Priklopils seltsamen Freundeskreis noch einmal genau an.

ÖSTERREICH: Warum fragen Sie Ihre Tochter nicht einfach einmal selbst?

KOCH: Ich würde gern, aber sie wird von mir abgeschottet. Manchmal denke ich mir: Wie lange hält sie den Druck noch aus, mit niemandem über ihr Schicksal reden zu können?


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