28. August 2008 10:47
Nach dem Mord an Ex-Boxweltmeister Edip Sekowitsch (früher Secovic) wartet
die Polizei immer noch auf ein Geständnis des verdächtigen 26-jährigen
Russen. "Nein, er hat nicht gestanden, aber das Tatmesser ist seines",
sagte Oberstleutnant Thomas Stecher von der Kriminaldirektion 1. Dass es
sich bei dem gefundenen Klappmesser um die Tatwaffe handle, sei "mit an
Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" so, bestätigte er. Lediglich
auf das schriftliche Gutachten der Gerichtsmedizin warte man noch.
Aggressives Verhalten
Die Einvernahmen der Zeugen ergaben
indes, dass der Russe sich schon Stunden zuvor aggressiv verhalten haben
soll. "Er hat schon in Anwesenheit anderer Gäste die Herausforderung
gesucht", verdeutlichte Stecher. "Und wir haben Zeugenaussagen,
dass Sekowitsch ihn beruhigt hat." Vermutlich sei der Streit eskaliert,
nachdem der letzte Gast das Lokal verließ. Den zweiten Mann, der am Tatort
gewesen sein soll, haben die Ermittler noch nicht gefunden. "Wir wissen
auch nicht, ob er am Streit beteiligt war oder schlichtend eingegriffen hat."
Die Leiche von Sekowitsch wurde Dienstag früh am Wiedner Gürtel entdeckt.
Der 50-Jährige wurde mit fünf Messerstichen, darunter ein Stich ins Herz,
getötet. Rund zehn Meter entfernt vom "Champ's Pup" lag der
Tote in einer Blutlache am Gehsteig. Von der Lokaltür bis zur Leiche zogen
sich Blutspuren. Den verdächtigen Russen fand die Polizei direkt neben der
Leiche. Der Mann trug blutverschmierte Kleidung und hatte leichte
Verletzungen an Stirn und Nase, vermutlich von Schlägen.
Sekowitsch - bekannt als "Stier von Serbien" - war früher
Welt-sowie Europameister und damit einer der erfolgreichsten Österreicher in
dieser Sportart. Zuletzt hatte Sekowitsch am 1. Juni ein Comeback im Ring
gefeiert. Bei einem Blitzsieg setzte er sich in der Lugner City in Wien
gegen den 26-jährigen Deutschen Steve Klockow in Runde Eins mittels k.o.
durch.
Foto: (c) APA