01. Februar 2008 11:46
Der formale Akt erfolgte mit Datum vom 26. Jänner. Die Staatsanwaltschaft in
Wien hat das Verfahren wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung im
Zusammenhang mit dem Tod einer 19-jährigen oberösterreichischen Studentin in
Wien rund drei Wochen nach einer HPV-Teilimpfung zur Verhinderung von
Gebärmutterhalskrebs eingestellt. Dies erklärte der Sprecher der
Staatsanwaltschaft, Gerhard Jarosch, am Freitag.
Konnex von Anfang an bezweifelt
"Fremdverschulden war nicht
nachweisbar", sagte Jarosch. Der Todesfall im Herbst hatte ab Dezember
wochenlang für Diskussionen gesorgt. Nach rund drei Monaten Zeitverzögerung
hatte die Wiener Gerichtsmedizin schließlich ihren Bericht verfasst und
festgestellt, dass kein ursächlicher Zusammenhang zwischen der Impfung und
dem Todesfall gefunden werden konnte. Gleichzeitig sei das aber auch nicht
hundertprozentig auszuschließen. Österreichische Impfexperten hatten einen
möglichen Konnex von Anfang an bezweifelt.
Todesursache nicht identifiziert
Vergangene Woche hatte sich auch
die Europäische Arzneimittelagentur EMEA mit insgesamt zwei Meldungen über
ungeklärte Todesfälle im zeitlichen Umfeld der Verabreichung einer
HPV-Teilimpfung beschäftigt. Sie kam zu beruhigenden Schlüssen: "Die zwei
europäischen (Todes-, Anm.) Fälle wurden im Rahmen der ständigen Überwachung
der Sicherheit von Arzneimitteln berichtet. Einer kam in Österreich vor, der
zweite in Deutschland. In beiden Fällen konnte die Todesursache nicht
identifiziert werden. Es konnte kein ursächlicher Zusammenhang zwischen dem
Tod der jungen Frauen und der Verwendung von 'Gardasil' hergestellt werden."
Bei dem Erzeuger von "Gardasil", Sanofi Pasteur MSD, stießen neue
Medienberichte - auch noch nach Einstellung des Verfahrens durch die
Staatsanwaltschaft - auf Unverständnis, in denen neuerlich von einem
Zusammenhang zwischen der Impfung und dem Todesfall gesprochen wurde.
Milliardenfach erprobte Verstärker
Medienmeldungen über eine
potenzielle Schädlichkeit des Impfstoff-Adjuvans Aluminiumhydroxid stießen
unter Fachleuten am Freitag auf Unverständnis. Jahrzehntelang waren
Aluminiumverbindungen die einzigen weltweit zugelassenen und für die
Wirksamkeit von Tot-Impfstoffen oft auch notwendigen "Verstärker". Sie sind
damit milliardenfach erprobt.