05. Februar 2010 18:40

Abseits der Pisten 

Wieder Wintersportler von Lawine erwischt

Am Samstag sind wieder zahlreiche Lawinen abgegangen. Bilanz: einmal Lebensgefahr und ein Thoraxtrauma.

Wieder Wintersportler von Lawine erwischt
© EPA

Nach sechs Todesopfern durch Lawinen seit dem Donnerstag gab es auch am Samstag eine anhaltend kritische Situation in weiten Alpinregionen Österreichs. Zahlreiche Lawinenabgänge wurden registriert. Noch immer waren - trotz der Expertenwarnungen - Alpinsportler abseits der Pisten unterwegs.

Die genaue Wetterprognose gibt es hier.

Zwei Wiener hatten Glück
Riesenglück hatten noch am Freitag zwei Urlauber aus Wien, die in Alpbach in Tirol von einem Schneebrett erfasst wurden. Die Schneeschuhwanderer konnten sich an der Oberfläche halten und blieben unverletzt. Das Paar im Alter von 40 und 34 Jahren war durch den Greiter Graben Richtung Farmkehr Alm unterwegs. Die als "alpin unerfahren" eingestuften Wanderer lösten das Schneebrett aus.

Verdacht auf Thoraxtrauma
Bei einem Lawinenabgang in Obertauern ist am Samstag zu Mittag ein Skifahrer schwer verletzt worden. Der Variantenfahrer - ein 25-jähriger einheimischer Skilehrer - war kurz vor 13.00 Uhr in die steile Zehnerkar-Rinne eingefahren und hatte dort ein Schneebrett losgetreten, das ihn über eine 30 Meter hohe Bergwand riss. Ein Lawinen-Airbag hatte den Mann zwar an der Oberfläche der Schneemassen gehalten, er musste aber mit Verdacht auf ein Thoraxtrauma ins Krankenhaus Schladming gebracht werden.

In kritischem Zustand
Gleich mehrere Lawinenabgänge wurden Samstag in Tirol registriert. Eine vierköpfige Gruppe von Tourengehern war im freien Skiraum beim Rendl oberhalb von St. Anton am Arlberg in Richtung Moostall von einem Lawinenabgang betroffen. Die Touristen waren trotz Schlechtwetters unterwegs. In der Region herrschte erhebliche Lawinengefahr (Stufe 3 auf der fünfteiligen Skala). Eine 35-jährige Norwegerin wurde verschüttet, konnte aber geborgen und reanimiert werden. Sie kam per Hubschrauber ins Krankenhaus Zams. Ihr Zustand war kritisch.

Deutsche glimpfliche davongekommen
In Tirol kam es Samstagnachmittag zumindest zu noch zwei weiteren Lawinenabgängen. Dabei dürften die Betroffenen relativ glimpflich davon gekommen sein. In den Tuxer Voralpen am Wattenberg wurden deutsche Skitourengeher verschüttet. Eine Person sei dabei verletzt worden, hieß es auf der nahe gelegenen Lizumer Hütte. Es soll sich um deutsche Urlauber handeln.

Einheimische unverletzt
Im Gebiet des Venet-Skigebietes bei Zams im Bezirk Landeck wurden am Nachmittag ebenfalls zwei Personen - nach ersten Informationen Einheimische - verschüttet. Beide Skitourengeher blieben unverletzt. Auch dieses Unglück ereignete sich im freien Skiraum.

Lawinenabgang ohne Opfer
Im Bregenzerwald im Vorarlberg ging Samstagnachmittag eine Lawine auf eine Straße nieder. Die Bergrettung war kurz vor 16.00 Uhr mit Hubschraubern an Ort und Stelle, um den Lawinenkegel nach möglichen Verschütteten abzusuchen. Nach Angaben der Rettungs- und Feuerwehrleitstelle wird zur Sicherheit noch eine zweite Suche durchgeführt, es ist aber davon auszugehen, dass niemand verschüttet wurde.

Warnstufe 3 bis 4
In Tirol wurde vor steigender Lawinengefahr ("teilweise auf groß"/4) gewarnt. Betroffen waren vor allem Regionen entlang des Alpenhauptkammes bei aufkommendem Wind. Weiter angespannt blieb die Situation Vorarlberg oberhalb von 1.600 Höhenmetern. Neuschnee und teils starker Wind sorgten für Warnstufe 3 auf der fünfteiligen Skala. Ähnlich war die Situation in Salzburg.

Auf hohe Auslösewahrscheinlichkeiten von Schneebrettern hat am Samstag der Lawinenwarndienst Niederösterreich verwiesen. Die Gefahr sei weiter erheblich. In den Ybbstaler und Türnitzer Alpen sowie im Gebiet Rax-Schneeberg blieb demnach Warnstufe 3 aufrecht. Diese Situation sollte auch am Sonntag anhalten.


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