01. Mai 2009 12:08
Auch bei den jüngsten beiden Schweinegrippe-Verdachtsfällen hat das Virus
nicht nachgewiesen werden können. Wie das Gesundheitsministerium am Freitag
mitteilte, waren die Testergebnisse negativ. Bisher gibt es nur einen
einzigen Infektionsfall in Österreich. Eine 28-Jährige hatte sich bei einer
Mexikoreise angesteckt und wird in Wien im Spital behandelt. Sie dürfte in
den kommenden Tagen entlassen werden.
Entwarnung
Der Patient, der mit Grippe-Symptomen am Mittwoch im
Landeskrankenhaus Feldkirch untersucht worden war, ist definitiv nicht mit
Schweinegrippe infiziert. Das habe die virologische Untersuchung in Wien
ergeben, zitierte der ORF-Radio Vorarlberg den Vorarlberger
Landessanitätsdirektor Elmar Bechter am Freitag.
Keine Infektion
Ein Schweizer Staatsbürger, der mit
grippeähnlichen Symptomen von einer Reise nach Mexiko zurückgekommen war,
hatte sich vorsorglich am Landeskrankenhaus Feldkirch untersuchen lassen. Da
ein erster Schnelltest auf Influenzaviren ein negatives Ergebnis brachte,
war der Mann nach ambulanter Versorgung in häusliche Betreuung entlassen
worden. Nach Vorliegen des Ergebnisses der virologischen Untersuchung könne
nun eine Schweinegrippe-Erkrankung definitiv ausgeschlossen werden, so
Bechter gegenüber dem ORF.
Bisher nur ein Fall bestätigt
"In Europa gibt es seit
gestern einen neuen Erkrankungsfall in den Niederlanden und einen in der
Schweiz. Seit gestern hatten wir in Österreich zwei Verdachtsfälle mit
Reisebezug zu Mexiko. In Österreich wurden bisher 18 Proben (von
möglicherweise Infizierten, Anm.) untersucht, nur eine war positiv",
sagte der Generaldirektor für Öffentliche Gesundheit im österreichischen
Gesundheitsministerium, Hubert Hrabcik.
Situation bleibt international gleich
International hat sich die
Situation nicht besonders verändert. Der Experte: "In Mexiko gibt
es 354 bestätigte Fälle, dort sind auch zwölf Todesfälle bestätigt. In
Kanada sind es bisher 26 Erkrankungen und in den USA 109, vielleicht auch
schon 116. Der Schwerpunkt zeigt sich in Nord- und Mittelamerika. Aber auch
in Nordamerika sieht man, dass die Quantität der Fälle und die Schnelligkeit
der Verbreitung nicht jenes Ausmaß bekommen hat, das befürchtet wurde."
Gute Therapie mit Tamiflu möglich
Die WHO hat jetzt ein
Programm mit Expertenteams gestartet, um in Mexiko das wahre Ausmaß der
Erkrankungswelle zu bestimmen, damit man die Dimension besser einschätzen
kann. Darüber hinaus gibt es bereits ein internationales Programm zur
Überwachung der aufgetretenen Fälle. Hrabcik: "Das soll uns
wichtige Informationen über den Verlauf der Erkrankung liefern. Bisher hat
die Therapie (mit "Tamiflu" etc., Anm.) sehr gut gegriffen."
Zu Beginn dürfte die Mexiko-Grippe offenbar deutliche Symptome auslösen,
dann aber nicht besonders schlimm verlaufen.
Erfolg der österreichischen Bemühungen: Nach der nun geltenden Verordnung
haben die Fluglinien bereits begonnen, Daten von Passagieren aus Mexiko zu
melden. Der Generaldirektor für Öffentliche Gesundheit: "Wir
kontaktieren sie dann sozusagen 'nicht sichtbar'." So sollen diese
Personen informiert und - so notwendig - betreut werden.
Reisen besser absagen
Hrabcik: "Im Moment ist es sicherlich
sinnvoll, nicht absolut notwendige Reisen nach Mexiko abzusagen. Die
Reisebüros haben bereits erklärt, dass sie jetzt schon (ohne offizielle
Reisewarnung des Außenministeriums, Anm.) Umbuchungen zur Kenntnis nehmen.
Bei Problemen sollten sich Konsumenten an die Wirtschaftskammer wenden."