Babyleiche in Zug

"Wollte Kind zur Adoption freigeben lassen"

Eine 21-jährige Südkoreanerin aus gutem Hause und Studentin in Paris soll die Mutter des getöteten Neugeborenen sein, das am Montag auf der Toilette des Railjet 68 von Wien nach München gefunden wurde.

Ersticktes Neugeborenes in Plastiksackerl entsorgt
Kreditkarte. Wie ÖSTERREICH berichtete, wurde die Gesuchte junge Frau, die mit einer Freundin auf Interrail-Tour war, über ihre Kreditkarte ausgeforscht: Sie hatte damit das Essen im Speisewagen und die Zugtickets bezahlt.

Die beiden Asiatinnen waren von Paris nach Wien gefahren, danach von Wien nach Budapest und wieder zurück nach Wien, wo die Mädels sich aus noch nicht geklärten Umständen trennten. Die Hochschwangere fuhr weiter nach Salzburg, wo sie auf der Strecke in der Toilette das Kind gebar, erstickte und in einem Plastiksackerl auf dem WC liegen ließ.

"Es hat nicht geschrien. Ich dachte, es lebt nicht"
Zierlich. Obwohl eine später durchgeführte Obduktion ergab, dass der kleine Bub lebensfähig gewesen wäre und ermordet wurde, bestreitet die zierliche Studentin (die durch geschickte Kleiderwahl die Schwangerschaft verheimlicht haben dürfte), jede Tötungsabsicht: "Ich wollte das Baby doch zur Adoption freigeben. Aber es hat nicht geschrien. Ich dachte, es lebt nicht."

Absichtlich auf Reisen, um Baby loszuwerden?
Überfällig. Am meisten irritiert an ihrer Aussage, dass sie mit der Geburt schon eine Woche überfällig gewesen sein soll - und dennoch die Strapazen anstrengender Zugfahrten durch halb Europa in Kauf nahm. Der Verdacht: Wusste oder plante die 21-Jährige, dass das Baby nach der Geburt nicht lange leben würde? Und fuhr sie möglicherweise genau aus diesem Grund auf Reisen - um das Kind zu töten und irgendwo in einer fremden Stadt still und heimlich abzulegen, als sie von den Wehen im Zug überrascht wurde? Es gilt die Unschuldsvermutung.

Außerordentliche Milde durch den Gesetzgeber
Mord? Auch wenn es demnach geplanter Mord gewesen wäre, drohen der Südkoreanerin bei uns nur bis zu 5 Jahre Haft. Der Gesetzgeber gesteht jeder Mutter, "die während der Geburt und solange sie unter der Einwirkung des Geburtsvorganges steht, ihr Kind tötet", außerordentliche Milderungsgründe zu.

Warum tötete die Elite-Studentin (21)?

Sie kommt aus bestem Hause, hat Geschwister (ihr Bruder studiert in Australien), die Mutter scheint sehr gläubig zu sein (vielleicht ist schon hier das Motiv zu finden).

Die 21-jährige, zierliche Twen, die aussieht wie ein Teenie, besucht in Seoul eine Elite-Uni für Sprachen und Wirtschaft mit besten Verbindungen zu Bildungseinrichtungen auf der ganzen Welt. Die jetzt der Kindstötung verdächtige Asiatin absolviert derzeit ein Auslandsprogramm auf einer angesehenen Universität in Paris. Noch nicht geklärt ist, ob sie schon schwanger nach Europa kam oder ob der Kindsvater ein Mitstudent und Lover in Frankreich ist. Die Partnerschaftsangaben auf ihren Internet-Profilen sprechen von einer momentan "offenen Beziehung".

Von der Polizei in Wien einvernommen wurde auch die Interrail-Freundin der 21-Jährigen - als mutmaßliche Eingeweihte und Mitwisserin droht dieser Asiatin ein Beihilfeverfahren. Für beide gilt die Unschuldsvermutung.

(kor)

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