25. November 2009 14:20

17-Jähriger im Auto 

Wilde Verfolgungsjagd in Wien

Ohne Führerschein, keine Nummerntafel: Ein 17-Jähriger spielte Katz und Maus mit der Polizei. Mit 120 km/h raste er über rote Ampeln. Mehrmals entkam er den Beamten. Dann stellte er das Auto ab - und wurde geschnappt.

Wilde Verfolgungsjagd in Wien
© APA

Eine gefährliche Verfolgungsjagd haben sich am Dienstagvormittag ein Jugendlicher ohne Führerschein und die Polizei in Wien-Brigittenau geliefert: Als Beamte den BMW des 17-Jährigen an der Kreuzung Leystraße und Adalbert Stifter Straße in Leopoldstadt anhalten wollten, trat dieser auf das Gaspedal. Der Bursche ignorierte bei seiner gefährlichen Flucht sämtliche Verkehrsregeln, fuhr bei Rotlicht in Kreuzungen und scherte mehrmals nach links aus.

Kein Führerschein, Auto nicht zugelassen
Nach einer etwa 15-minütigen Verfolgung gelang es der Polizei mit Hilfe eines Passanten den jungen Mann festzunehmen. Verletzt wurde bei dem Vorfall niemand. Als Grund für die wilde Fahrt durch Wien gab der Bursche an, "aufgeregt" gewesen zu sein. Im Zuge der Einvernahme stellte die Exekutive fest, dass der 17-Jährige nicht nur keinen Führerschein besaß, sondern auch dass der BMW nicht zum Verkehr zugelassen war. Warum er überhaupt mit dem Auto unterwegs war, wollte er nicht sagen.

Kennzeichen fehlte
Gegen 11.35 Uhr Uhr bemerkte eine Zivilstreife in der Leystraße einen roten BMW, bei dem das vordere Kennzeichen fehlte. Als die Beamten den Jugendlichen anhalten wollten, scherte er mit seinem BMW nach links aus und raste mit Vollgas Richtung Forthausgasse. Die Polizei nahm die Verfolgung auf. Sie holte den Flüchtenden ein und waren bereits auf gleicher Höhe als der Lenker sein Fahrzeug Richtung Streifenwagen verriss. Der Streifenwagen legte eine Vollbremsung ein und verhinderte so einen Unfall.

Mit 120 km/h über rote Ampel
Der Jugendliche raste mit seinem BMW ohne auf den Querverkehr zu achten bei roter Ampel über die Kreuzung Forsthausgasse - Brigittenauer Lände, fuhr in weiterer Folge in die Klosterneuburger Straße und übersetzte anschließend mit etwa 120 km/h die vierspurige Adalbert Stifter Straße - ebenfalls bei Rotlicht. An der Kreuzung zwischen Klosterneuburger Straße und Wexstraße streifte er ein parkendes Fahrzeug. Dabei entstand ein Sachschaden.

Der Bursche überholte während der rasanten Flucht trotz Gegenverkehr immer wieder andere Fahrzeuge und fuhr mehrmals links an Verkehrsinseln vorbei. Bei jedem dieser Überholmanöver kam das Heck des BMW ins Schleudern, doch der Lenker fing das Auto immer gerade noch ab. Es gelang ihm, die Polizei mehrmals abzuhängen, da die Streifenwagen gezwungen waren, an roten Ampeln kurz zu halten.

Flucht weiter zu Fuß
In der Treustraße in Brigittenau stellte der Jugendliche sein Auto ab und versuchte zu Fuß weiter zu flüchten. Doch dies gelang ihm nicht: Ein aufmerksamer Passant bemerkte, dass der Bursche von der Polizei verfolgt wurde und hielt ihn bis zum Eintreffen der Beamten fest. Gegenüber der Exekutive gab der 17-Jährige an, den BMW von einem Bekannten gekauft zu haben, die Nummerntafel montierte er vom Auto seiner Mutter ab. Der Jugendliche wurde wegen Widerstand gegen die Staatsgewalt, vorsätzlicher Gemeingefährdung und zahlreichen Verwaltungsübertretungen angezeigt.


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