31. August 2009 19:14

2,29 Meter lang 

Wilder Wels im Badesee fraß Küken

Ein Wiener angelte im Steinsee einen 68 Kilo schweren Wels.

Wilder Wels im Badesee fraß Küken
© Niesner

"Da sind in den letzten Jahren schon einige Schwimmer in Panik wieder an Land gekommen, weil plötzlich im Wasser vor ihnen ein 50 Zentimeter breites Maul aufgetaucht ist.“ Montag zog Johann Pfeiffer, wie berichtet, das Monster vom Steinsee in Liesing an Land und sorgte mit dem Riesenfisch landesweit für Aufsehen.

wels_3000Foto: (c) Niesner

Jagd
Dem erfolgreichen Fang ging eine spektakuläre Jagd voraus: „Ich habe so um 8 Uhr früh einen toten Köderfisch ausgeworfen. Sofort hat er angebissen“, schildert Pfeiffer den Beginn eines nerven- und muskelaufreibenden Drills. Wels „Hans“ - so wurde er von seinem Bezwinger posthum getauft - schenkte dem 71-Jährigen nichts: "Ich habe gemerkt, vom Land aus habe ich keine Chance, da bin ich in ein Boot gesprungen und zu ihm hingerudert.“

Angst
Doch "Hans“ gab noch lange nicht auf. Mit wuchtigen Schwanzschlägen zog der graue Riese den Petrijünger samt Boot hinter sich her - eineinhalb bange Stunden lang. Pfeiffer: „Ich hatte immer Angst, die Schnur könnte an einem Hindernis hängen bleiben.“ Schließlich gelang es dem rüstigen Pensionisten, den wilden Wels mit einem beherzten Griff an den Unterkiefer zur Aufgabe zu zwingen. Nachdem „Hans“ sein Leben ausgehaucht hatte, wurde er gewogen und vermessen. Das Ergebnis: mächtige 68 Kilo und eine Länge von 2,29 Meter. Pfeiffers Daten: 1,82 Meter groß, 88 Kilo schwer.

Rekord
"Der hat hier am Steinsee schon seit 30 Jahren geräubert. Oft sind Entenküken und junge Schwäne von ,Hans' geschluckt worden. Vielleicht hört das jetzt auf“, so Pfeiffer, der von 2004 bis 2008 den österreichischen Rekord für den größten gefangenen Wels hielt. Dieser Fisch, vom Petrijünger damals „Peter“ getauft, war 2,11 Meter lang und hatte ebenfalls im Steinsee sein Unwesen getrieben.

Dienstag wurde „Hans“ fachgerecht zerlegt. Die Filets des schlanken und somit wohlschmeckenden Fischs werden an Freunde verteilt; der 25-Kilo-Kopf präpariert. Und Johann Pfeiffer überlegt schon einen Namen für seinen nächsten Rekordfang.


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