21. Jänner 2010 17:17

Bei Bauarbeiten 

Wohnhaus in Wien eingestürzt

Es grummelte, es krachte, dann stand sie plötzlich im Freien - und das im zweiten Stock. In Wien krachte Donnerstag eine Feuermauer ein.

Wohnhaus in Wien eingestürzt
© TZ ÖSTERREICH / FUHRICH
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Die Turnergasse in Rudolfsheim, Donnerstag um 14. 45 Uhr: Für den Bau einer Tiefgarage wird gerade Erdreich ausgehoben - plötzlich stürzt die Feuermauer eines dreistöckigen Zinshauses ein. Trümmer und Ziegelsteine fallen auf die Straße. Das Drama: Im Haus befinden sich zu diesem Zeitpunkt 16 Hausparteien. Sie haben Glück, es gibt keine Verletzten.

"Plötzlich blickte ich durch die fehlende Wand."
Ein Baggerfahrer schildert den Vorfall: "Ich war mit meinem Gerät gerade auf der anderen Seite, plötzlich hat es gekracht und gestaubt." Ein anderer Arbeiter: "Ohne jede Vorwarnung hat es gezischt und gepumpert und dann bin ich nur mehr gelaufen."

Von außen zeigt sich ein skurriles Bild, die Zimmer von drei Wohnungen sind auf einer Seite völlig offen. Man sieht Möbelstücke, Fotos, privates Eigentum. Der Schock bei den Bewohnern sitzt tief. "Ich saß gerade vor dem Fernsehapparat und ärgerte mich schon den ganzen Tag über die lauten Bohrgeräusche", sagt eine Wohnungsbesitzerin. "Auf einmal gab es einen fürchterlichen Lärm und durchs Fenster sah ich die Staubwolke. Dann stand ich auf und ging ins Wohnzimmer, um zu schauen, ob alles in Ordnung ist. Ich machte die Tür auf und dann traute ich meinen Augen nicht - ich blickte durch die fehlende Wand ins Freie."

Die herunterfallenden Mauerteile gefährden auch Passanten. "Fast hätte es mich und meine Frau erwischt", erzählt ein Anrainer. "Wir wollten gerade mit dem Auto aus der Garage fahren. Plötzlich hat es wie bei einem Erdbeben gerumpelt und fürchterlich gestaubt. Als sich der Dunst verzog, sahen wir, dass die Mauer fehlte und oben starrte die Hausbesitzerin komplett entsetzt aus ihrem Wohnzimmer."

Das Haus wird sofort evakuiert und ist nun unbewohnbar. Unmittelbar nach dem Unglück beginnen die Rettungsmaßnahmen - zwei Katastrophenzüge rücken an. Die Bewohner werden mit Tee betreut.

Fassade stürzte ein: Fehler durch die Baufirma?
Viele Anrainer vermuten fahrlässiges Verhalten durch die Baufirma. Michael Fadler, Bauleiter vom Bauträger HABAU: "Die Statik wurde von uns mehrfach geprüft. Das betroffene Haus haben wir vor Beginn der Aushubarbeiten vorschriftsmäßig mit einer Betonunterfangung abgesichert. Warum dennoch das Haus eingestürzt ist, muss erst geprüft werden. Wir sind froh, dass niemand verletzt wurde. Nur wenige Minuten zuvor waren viele Mitarbeiter genau an der Stelle, wo die Mauer hinunterkrachte."

Die Betroffenen werden nun bei Verwandten oder in Ersatzwohnungen der Stadt Wien untergebracht. Doch wie es danach weitergeht, ist ihnen völlig unklar.


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