22. August 2009 22:49
Halbglatze, korpulent, arbeitslos – trotz seiner wenig attraktiven Attribute
muss Wolfgang F. eine enorme Anziehungskraft auf Frauen gehabt haben. Wie
berichtet, hat der 38-Jährige die eigene Nichte im Alter von 13 Jahren
missbraucht und war dann mit ihr untergetaucht. Das ist ihm nur gelungen,
indem er andere Frauen verführte.
Beuteschema
„Er ist immer gleich vorgegangen“, gab nun eine
Ex-Freundin Einblicke in die üblen Tricks des selbst ernannten
Lebenskünstlers. Monika L. war mehrere Monate lang Wolfgangs Geliebte:
„Jetzt weiß ich, er hat mich wie seine vielen anderen Freundinnen bewusst
ausgesucht. Sein Schema war die Jagd auf geschiedene Frauen, die
leerstehende Zweitwohnungen besaßen. In denen fand er dann Unterschlupf.“
Heimlich
Wobei Wolfgang F. – sobald er wieder einmal die
Schlüssel zu einer solchen Zweitwohnung bekommen hatte – stets Yvonne
heimlich dorthin brachte und versteckte. Das manipulierte Mädchen erduldete
alles. Monika L.: „Als ich es mir einmal mit Wolfgang auf der Couch
gemütlich gemacht hatte, lag unter uns in der Bettlade versteckt Yvonne. Das
hat mir die Polizei bei meiner Einvernahme erzählt. Ich hörte oder sah
niemals etwas von dem Mädchen.“
Vorwürfe
Dafür wussten laut Monika L. andere sehr wohl, dass
der 38-Jährige mit der offiziell abgängigen Minderjährigen unterwegs war.
Eine Verwandte habe den beiden Essen besorgt und Wolfgangs neunjähriger Sohn
sei auch eingeweiht gewesen, hätte aber aus Angst vor Schlägen geschwiegen.
Diese Informationen bekam Monika L. von einer weiteren Freundin des
38-Jährigen. Und zwar von jener Frau, in deren Wohnung in der Raxstraße in
Wien-Favoriten die Polizei Yvonne schließlich aufspürte und den Händen des
perversen Onkels entriss.
Wolfgang F. wartet derzeit in U-Haft auf seinen Prozess wegen schweren
Missbrauchs Minderjähriger und Ausnützung eines Autoritätsverhältnisses.
Yvonne wird indes noch immer im AKH betreut. Das Jugendamt wird mit ihr
zusammen entscheiden, wie es weitergeht.