08. April 2009 19:00
© TZ ÖSTERREICH Pauty / Reuters
Inzest-Monster Josef Fritzl hat am 9. April Geburtstag; heute wird der
Horror-Vater von Amstetten 74 Jahre alt. Von seinen Angehörigen hat ihm, so
Schwägerin Christine Ranner, „natürlich niemand gratuliert oder auch nur
eine Karte geschrieben“. Dafür bekam Österreichs weltweit bekanntester
Häftling von der Justiz ein Geschenk: Seit Mittwoch sitzt er auf eigenen
Wunsch in einer Einzelzelle.
Fritzl nach Wien-Margareten
überstellt
Wie berichtet, wurde Fritzl am Dienstag vom
Landesgericht St. Pölten in die Sonderanstalt Mittersteig in Wien-Margareten
überstellt. Der Grusel-Greis, der seine Tochter 24 Jahre als Sex-Sklavin in
einem Kellerverlies gefangen hielt und dort eines von sieben Inzest-Kindern
ermordete, bekam am 19. März lebenslange Haft. Von Rechts wegen gilt er als
zurechnungsfähig, aber geistig abnormer Straftäter. Und im Psycho-Gefängnis
am Mittersteig sollen jetzt Experten herausfinden, in welchen Knast Fritzl
für den Rest seines Lebens am besten passt.
Keine
Selbstmordgefahr
Ein erster Test am Mittwoch zeigte die
Selbstmord-Gefährdung des Neuzugangs. „Das Resultat“, erklärt
Generalleutnant Peter Prechtl, stellvertretender Leiter der
Vollzugsdirektion, „kann in einem roten, orangen oder grünen Bereich
liegen.“ Fritzls Ergebnis war grün, sprich: er will sich nicht das Leben
nehmen. Was damit zusammenhängen kann, dass der 74-Jährige noch Pläne hat,
wie er seinem Masseverwalter Walter Anzböck erzählte (Abwicklung seines
Konkurses, Verkauf von TV-Interviews und Filmrechten im Horror-Haus; den
Erlös möchte er seinen Opfern geben). Also durfte er erstmals seit seiner
Verhaftung allein eine Zelle beziehen. In St. Pölten musste Fritzl
vergitterte acht Quadratmeter mit einem Sexverbrecher teilen, der ihn von
Selbstjustiz abhalten sollte.
Quartiersuche
Jetzt folgen
weitere Untersuchungen. Psychiater und Psychologen werden Fritzls
Gefährlichkeit feststellen, Sozialarbeiter seine Arbeitstauglichkeit
beurteilen (Häftlinge gehen nie in Pension). „Und nach vier bis acht
Wochen“, so Experte Prechtl, „wird entschieden, in welcher Anstalt Josef
Fritzl endgültig untergebracht wird.“ Der Horror-Vater möchte
nach Garsten (siehe rechts). Sonst hat er keinen Wunsch mehr im Leben. Auch
zum Geburtstag wollte er kein Tortenstück. Heute schnabuliert Fritzl wie
nahezu das ganze Land am Gründonnerstag: Spinat mit Spiegelei und Erdäpfel.