25. August 2010 18:38
Wer ab 3. September die Wiener 24-Stunden-U-Bahn benützt, wird den Blicken
der Exekutive nicht entkommen: Denn jeder der 22 Züge wird in der Nacht von
zwei Polizisten begleitet. Dadurch soll das subjektive Sicherheitsgefühl
erhöht werden, sagte Vizebürgermeisterin Renate Brauner (S) am Mittwoch in
einer Pressekonferenz. Zusätzlich werden 22 "Nightliner" der Wiener Linien
im gesamten Netz unterwegs sein, um für Deeskalation und die Einhaltung der
Regeln zu sorgen.
"Wir müssen durch strukturelle Maßnahmen und geschickte Dienstplanung
diese Präsenz gewährleisten", so der Wiener Polizeipräsident Gerhard Pürstl,
angesprochen auf die stets beklagte Personalknappheit bei der Exekutive. Man
sei bereits seit rund einem Jahr mit etwa 100 Beamten täglich im U-Bahnnetz
unterwegs.
Durch die Nachteinsätze, die um 23.30 Uhr beginnen, werde es keine
Abstriche sonstwo geben, versicherte er. Allein im Jahr 2009 hat die
Exekutive hier bereits 2.700 Anzeigen - 900 davon Verwaltungsübertretungen
beispielsweise wegen Lärms - aufgenommen. Zudem gab es 1.700 Festnahmen. Was
die Sicherheit bei der Nacht-U-Bahn angeht, "sehe ich aus polizeilicher
Sicht dem Ganzen sehr gelassen entgegen", beruhigte Pürstl.
22 Nightliner
Unterstützt wird die Exekutive von 22
Nightlinern, deren Präsenz mit der Polizei abgestimmt wird. Sie sollen den
Fahrgästen auch im Stationsbereich für Infos zur Verfügung stehen, auf die
Einhaltung der Beförderungsbedingungen achten sowie in Konfliktsituationen
deeskalierend wirken und im Bedarfsfall die Polizei verständigen. Außerdem
werden sie gelegentlich Fahrscheinkontrollen durchführen.
Zentrale in Erdberg
Koordiniert werden Exekutive und Nightliner
von einer gemeinsamen Einsatzzentrale aus, die in der Leitstelle der Wiener
Linien in Erdberg untergebracht ist. Dort laufen auch sämtliche Bilder der
Überwachungskameras in Zügen und Stationen zusammen. Unterwegs sein werden
in der Nacht ausschließlich die neuen durchgängigen Garnituren - mit
Ausnahme der U6, wo es solche nicht gibt. Dort werden jedoch nur Züge zum
Einsatz kommen, die mit Videokameras ausgestattet sind, betonte
Wiener-Linien-Geschäftsführer Michael Lichtenegger.
Auf personelle Präsenz wird auch in den Stationen selbst gesetzt: Die
Knotenpunkte der U-Bahnen, insgesamt zehn Stationen, werden mit jeweils zwei
Stationswarten besetzt sein. In allen übrigen Haltestellen, in denen es
tagsüber eine Aufsicht gibt, wird jeweils ein fixer Stationswart an Ort und
Stelle sein. Laut Lichtenegger werden nächtens in Summe rund 80 Mitarbeiter
der Verkehrsbetriebe zu Sicherheitszwecken unterwegs sein.