19.000 Selbstanzeigen wegen Schweiz-Schwarzgeld

Nach Steuerabkommen mit Bern

19.000 Selbstanzeigen wegen Schweiz-Schwarzgeld

Nach Inkrafttreten des Steuerabkommens zwischen Österreich und der Schweiz Anfang dieses Jahres haben sich schon mehr als 19.000 Steuersünder freiwillig beim Finanzamt angezeigt, berichtete das ORF-Radio am Dienstag. Fast die Hälfte davon stammt aus Vorarlberg, schätzt Jürgen Reiner, Präsident der Kammer der Wirtschaftstreuhänder im "Ländle".

Diese Anzeigenflut bringt auch die Steuerberater im Land an ihre Grenzen. Zwar nehme nur etwa ein Drittel der Selbstanzeiger auch einen Steuerberater in Anspruch, schätzt Reiner - dennoch sind die meisten Steuerbüros Vorarlbergs derart ausgelastet, dass kaum mehr Neu-Kunden angenommen werden.

Finanz-Beamte bekommen Arbeit
Und auch das Finanzministerium ist bei der Bearbeitung der Flut an Steuersündern gefordert. Der Bedarf an neuem Personal bestehe, sagt Daniela Kinz, Sprecherin des Finanzministeriums, dem Bericht zufolge. Im Moment werden jene Fälle, die mit Ablauf des Jahres zu verjähren drohen, in der Bearbeitung vorgezogen.

steuerabkommen_grafik.jpg © APA

Das Steuerabkommen trat Anfang 2013 in Kraft. Zuvor unversteuertes Geld aus Österreich auf Schweizer Konten soll dadurch versteuert werden. Dabei konnten sich die österreichischen Kunden bei Schweizer Banken entscheiden, ob sie ihr dort veranlagtes Kapital mittels einer Einmalzahlung versteuern, wobei das Konto weiterhin anonym bleibt, oder die Meldung ihrer Veranlagungen durch die Schweiz an Österreich in Kauf nehmen - was laut Abkommen dann als Selbstanzeige gilt.

Die Einmalzahlung beträgt 15 bis 30 Prozent, bei hohen Beträgen maximal 38 Prozent des Kapitals. Ungleich günstiger kommt laut Experten die freiwillige Meldung beim österreichischen Finanzamt, beziehungsweise die Selbstanzeige.
 

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