29. Jänner 2010 19:57
14 Festnahmen und mehrere Verletzte - so lautet die Bilanz der Auflösung der
behördlich untersagten Demonstration gegen den Korporationsball am
Freitagabend in Wien. Zudem kam es laut Polizei auch zu Sachbeschädigungen.
Zwei Demonstranten zündeten demnach einen Einsatzwagen der Wiener Polizei an
und bei einem Geschäftseingang sei durch pyrotechnische Gegenstände ein
Brand verursacht worden.
Widerstand gegen die Staatsgewalt
Die Verhaftungen erfolgten laut
Polizeiaussendung großteils wegen Körperverletzung und Widerstand gegen die
Staatsgewalt. Am frühen Abend hatten sich mindestens 500 Demonstranten zu
der Kundgebung gegen den Ball der rechtsgerichteten Studentenverbindungen am
Christian-Broda-Platz versammelt. Gegen 20.00 Uhr löste die Polizei die
Demonstration Schritt für Schritt auf.
Der neuerliche Versuch einiger Demonstranten, sich im Bereich der inneren
Stadt zu versammeln, wurde von der Polizei unterbunden. Zwei weitere
angemeldete Kundgebungen - am Albertinaplatz und im Sigmund-Freud-Park -
verliefen friedlich.
Kritik am Einsatz
Heftige Kritik am Polizeieinsatz kam von den
Hochschülerschaften der Universitäten Wien und Graz sowie vom Verband
Sozialistischer StudentInnen, der Sozialistischen Jugend und der
Grünalternativen Jugend. In einer Aussendung der ÖH Wien ist von "massiver
Polizeigewalt" die Rede, Demonstranten seien "krankenhausreif geschlagen,
angezeigt und bedroht" worden.
Auch der Landessprecher der KPÖ-Wien, Didi Zach, zeigte sich empört über
den "Einsatz von Wasserwerfern und Tränengas" sowie die Verhaftung von
Demonstranten. Diese hätten nur "ihren Unmut gegen das Treffen der Creme de
la Creme der heimischen und der europäischen rechtsextremen Szene" kundtun
wollen.
er Vorsitzende der freiheitlichen Arbeitnehmer AUF,
FPÖ-Nationalratsabgeordneter Werner Herbert, forderte in einer Aussendung
den Rücktritt des Grünen Abgeordneten Karl Öllinger, der laut
"übereinstimmenden Berichten seriöser Augenzeugen" an der Kundgebung
teilgenommen haben soll. Herbert nannte die Demonstration eine
"hemmungslosen Gewaltorgie skrupelloser Aktivisten". Dieses Vorgehen habe
"nichts mehr mit Bürgerrechten oder Demonstrationsfreiheit zu tun".