831 rassistische Übergriffe 2007 gemeldet

Rassismus-Report

© www.zara.or.at

831 rassistische Übergriffe 2007 gemeldet

Das sind deutlich weniger als 2006 mit 1.504 Fällen. In der achten Auflage des Jahresberichts falle vor allem auf, dass vermehrt afro-österreichische Kinder Zielscheibe von Angriffen werden, so Zara-Geschäftsführerin Barbara Liegl bei der Präsentation des Reports am Donnerstag.

Report spiegelt nur Teil der Realität wider
Wie immer machten die Autoren des Rassismus-Reports darauf aufmerksam, dass der Report keinerlei Aussagen darüber tätigen könne, ob Rassismus in Österreich zu- oder abgenommen habe. Liegl: "Viele rassistische Vorfälle bleiben uns vollkommen verborgen." Für ein "ernsthaftes Monitoring" würde man nämlich ein ganzes Netzwerk von staatlichen und nichtstaatlichen Einrichtungen brauchen. Deswegen gelte, dass die Fälle nur einen Teil der Realität in Österreich widerspiegeln würden.

Zara-Obmann Dieter Schindlauer gab zu, dass die Rolle seiner Organisation durchaus problematisch sei. Man wolle keine Feigenblattfunktion erfüllen und "Buchhalter des Rassismus" sein - in der Art: "Zara kümmert sich eh darum." Durch das Aufzeigen von Einzelfällen wolle man aber nach wie vor ein Abnehmen des Rassismus in Österreich bewirken. Schindlauer gab allerdings zu: "Wir haben das Gefühl, dass wir in den letzten Jahren nicht wahnsinnig erfolgreich waren."

Rassistische Aggressioenn gegen Kinder nehmen zu
Wenig Optimismus vermittelte auch Wolfgang Zimmer, Leiter der Zara-Beratungsstelle. So sei "eines der erschreckendsten Ergebnisse" des Reports, dass auf Gewalt im öffentlichen Raum nur mit wenig Zivilcourage geantwortet werde. Eine zweite Tendenz: Die Schilderungen von Aggression gegen Kinder würden sich häufen. Aber auch die Anti-Rassismus-Initiative selbst werde zur Zielscheibe rassistischer Angriffe. So spielten die Zara-Verantwortlichen Schimpftiraden einer Dame via Telefon vor: "Ihr gehört ja genau so angespuckt wie diese Parasiten."

Eine positive Nachricht kann Zara allerdings auch vermelden: So habe man die Volksanwaltschaft beauftragt, zu überprüfen, was mit Anzeigen etwa gegen diskriminierende Stellenausschreibungen geschehe. Dabei sei "toll recherchiert" worden. Das Ergebnis: Eine Missstandsfeststellung durch die Volksanwaltschaft, da etliche Verfahren oft mit nicht nachvollziehbaren Argumenten eingestellt würden. Hier will man eventuell noch in diesem Jahr erneut überprüfen lassen, ob sich die Situation geändert habe.

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