9.000 Euro für längeres Arbeiten

Systemreform

9.000 Euro für längeres Arbeiten

Mit Prämien und Rehabilitation wollen die Sozialpartner die Frühpensionen eindämmen. Experte Marin hält das für unzureichend.

Wenn die Österreicher in Pension gehen, sind sie im Durchschnitt erst 58 Jahre alt. Die Regierung hatte daher die Sozialpartner beauftragt, Maßnahmen zur Erhöhung des faktischen Pensionsalters um zwei Jahre vorzulegen. In Bad Ischl präsentierten Gewerkschaftschef Erich Foglar und Wirtschaftskammerchef Christoph Leitl ihr Rezept, um das tatsächliche Pensionsantrittsalter bis 2021 um 2 Jahre auf 60,2 Jahre zu erhöhen. SPÖ-Kanzler Werner Faymann nickte beifällig, ÖVP-Vize Spindel­egger gehen die Maßnahmen nicht weit genug.Das sind die wichtigsten Vorschläge der Sozialpartner:

Prämien: Arbeitet jemand trotz Pensionsbescheid weiter, soll es für Arbeitnehmer und -geber Prämien geben: 2.000 Euro für ein Jahr, 3.000 Euro im zweiten Jahr, 4.000 Euro im dritten.

Rehabilitation: Vor Antritt einer Frühpension soll versucht werden, die Krankheit zu behandeln. Das Programm läuft bereits.

Umschulung: Schon ab 35 soll die Weiterbildung von Schwerarbeitern für einen späteren Berufsumstieg gefördert werden. Ebenso wenn eine Berufsunfähigkeit bereits besteht.

Einweisung psychisch Kranker: Bevor jemand Invaliditätspension aufgrund einer psychischen Erkrankung bezieht, soll er in stationäre Behandlung.

Bonus – Malus: Für Firmen die ältere langjährige Mitarbeiter kündigen, soll es Strafen geben. Bei Einstellung über 50-Jähriger einen Bonus.

Experte Marin: „Werden enden wie Griechenland“
„Ein erster Schritt“, freute sich Kanzler Faymann. Er und Spindelegger wollen jedoch die Vorschläge erst einmal budgetär prüfen. Denn eine Kostenschätzung wurde von den Sozialpartnern noch nicht geliefert. Dennoch meinte Leitl: „Das Paket spart 1,5 Milliarden Euro.“

Der Sozialexperte Bernd Marin moniert: „Ich kenne die Vorschläge noch nicht im Detail. Aber das Ziel plus zwei Jahre reicht nicht, weil die Lebenserwartung bis 2021 um 2,5 Jahre steigt.“

Die Kultur in Österreich müsse sich ändern: „80 Prozent aller Männer stellen einen Antrag auf Invaliditätspension. So enden wir wie Griechenland, und zwar vor dem Jahr 2023.“

Autor: (nak)
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