AK fordert mehr Kinderbetreuung

Für Kleinkinder

© APA/HARALD SCHNEIDER

AK fordert mehr Kinderbetreuung

Die Arbeiterkammer (AK) Wien pocht auf einen Ausbau der Kinderbetreuung vor allem für Kleinkinder. Eine aktuelle AK-Studie belege einmal mehr, dass längere Karenzmodelle den Wiedereinstieg erschweren, um kürzere Modelle in Anspruch nehmen zu können, brauche es aber ein ausreichendes Angebot an Kinderbetreuungseinrichtungen. Die Unternehmen seien außerdem gefragt, in die Qualifizierung von Frauen zu investieren, um eine schnellere Rückkehr in den Beruf zu ermöglichen, forderte Gabriele Schmid, Leiterin der Abteilung Bildungspolitik, am Dienstag.

Mangel an Fachkräften
Die Wirtschaft beklage einen Mangel an Fachkräften, gleichzeitig seien junge Frauen heute qualifizierter ausgebildet denn je, so Schmid. "Frauen in Karenz werden jedoch weiterhin an den Rand gedrängt." Eine AK-Umfrage unter Karenzierten (rund 1.240 ausgefüllte Fragebögen) in Wien zeige, dass die Betriebe in der Krise noch weniger in Wiedereinsteiger investierten als in den Jahren davor: 2007 sei zwölf Prozent der Karenzierten eine Weiterbildung zur Gänze durch den Betrieb bezahlt worden, 2010 nur mehr 9,5 Prozent.

Kürzere Karenzdauer
Ein höheres Bildungsniveau und eine kürzere Karenzdauer begünstigen laut AK den Wiedereinstieg beim gleichen Arbeitgeber. Investitionen in den weiteren Ausbau der Kinderbetreuung "dürfen in keinem Fall auf die lange Bank geschoben werden", meinte Ingrid Moritz, Leiterin der AK-Abteilung Frauen und Familie. Dies rentiere sich auch für das Budget: 35.000 zusätzliche Plätze für Kleinkinder und die Ausweitung der Öffnungszeiten für 70.000 bestehende Plätze kosteten 549 Mio. Euro (Personal und Baumaßnahmen), schon nach vier Jahren ergäbe sich ein Plus für das Budget von 78 Mio. Euro.

Die AK fordert u.a. auch ein "tatsächliches Karenzmanagement" der Betriebe, einen erleichterten Zugang zum einkommensabhängigen Kindergeld, einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz bei Wiedereinstieg oder Teilnahme an einer Qualifizierung sowie die Ausweitung des Kündigungsschutzes nach der Karenz auf mindestens ein halbes Jahr.

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