AK für mehr berufliche Fortbildung

Wirtschaftskrise

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AK für mehr berufliche Fortbildung

"Gerade in wirtschaftlich schweren Zeiten müssen wir die Tür zur beruflichen Weiterbildung weiter aufmachen", sagte AK-Präsident Herbert Tumpel am Mittwoch in einer Aussendung. Von den Bildungsmaßnahmen würden sowohl Arbeitnehmer als auch die Unternehmen profitieren.

Weiterbildung bringt höhere Löhne
Eine Studie der Universität Linz, die im Auftrag der AK durchgeführt wurde, zeige, dass Weiterbildung höhere Löhne für die Mitarbeiter bringt. Verdopple ein Betrieb die Ausgaben für Fortbildung von durchschnittlich 212 auf 424 Euro, erhalte ein Arbeitnehmer im Durchschnitt 300 bis 500 Euro brutto mehr pro Jahr.

Weiterbildung bringt laut Tumpel auch "mehr Arbeitsplatzsicherheit". Dies würden die aktuellen Arbeitsmarktdaten belegen. 2008 lag die Arbeitslosenquote im Schnitt bei 5,8 Prozent. Bei Personen mit lediglich einem Pflichtschulabschluss lag die Quote bei 14 Prozent, während sie bei AHS- und BHS-Absolventen bei rund 3 Prozent lag. Von der Fortbildung der Mitarbeiter profitieren laut AK auch die Betriebe. Jeder Euro, der in Weiterbildung gesteckt wird, bringe 13 Euro für das Unternehmen.

Viele Arbeitnehmer haben aber "kaum Chancen" auf betriebliche Weiterbildung, kritisiert Tumpel. In der Gruppe der Unternehmen mit zehn bis 49 Mitarbeitern bilden 20 Prozent ihre Beschäftigten "gar nicht weiter". Werden alle Arbeitnehmer betrachtet, so hätten nur 30 Prozent die Möglichkeit, sich über den Betrieb weiterzubilden. Zudem würden vor allem die besser Qualifizierten weitergebildet.

Österreich im EU-Mittelfeld
Im EU-Vergleich liegt Österreich bei der Teilnahme am "lebensbegleitendem Lernen" laut AK lediglich im Mittelfeld. Die EU-Benchmark liege bei 12,5 Prozent, die Alpenrepublik erreiche 12,8 Prozent. In Skandinavien liegt die Beteiligung bei 30 Prozent. Aufholbedarf ortet die AK aber nicht nur hier. Auch bei der Weiterbildung für Erwachsene werden Defizite gesehen. Während für das Nachholen von Bildungsabschlüssen in Dänemark und Schweden kein Geld verlangt wird, müssen die Arbeitnehmer hierzulande laut AK "oft tief in die Tasche greifen".

Daher fordert die AK bis 2011 ein 60-Mio.-Euro-Paket für das kostenlose Nachholen von Hauptschul- und Lehrabschlüssen sowie für die Vorbereitung auf die Berufsreifeprüfung. Auch die Bildungskarenz soll verbessert werden. Des weiteren wird das Recht auf mindestens 35 Stunden Weiterbildung pro Jahr gefordert.

Unternehmen, die in der Krise Arbeitnehmer weiterbilden wollen, sollen laut AK-Forderung Zugang zu Finanzierungsmitteln erhalten. Die staatliche Förderbank Austria Wirtschaftsservice GmbH (aws) solle daher zusätzliche Mittel für betriebliche Weiterbildung bei Klein-und Mittelbetrieben (KMU) "rasch und unbürokratisch" zur Verfügung stellen. Darüber hinaus spricht sich die AK auch für mehr Unterstützung bei der Einrichtung von Qualifizierungsverbünden für KMU aus.

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