Adamovich - Rücktritt verschoben

Fall Natascha

© ÖSTERREICH/ Pauty

Adamovich - Rücktritt verschoben

Der vermeintliche Rücktritt von Ludwig Adamovich als Leiter der Kampusch-Evaluierungskommission hat sich verschoben. Der ehemalige Verfassungsgerichtshof-Chef hat an der gestrigen Sitzung krankheitsbedingt nicht teilgenommen.

Wie berichtet, wollte Adamovich nach einer Reihe von Missverständnissen und der Verurteilung wegen übler Nachrede die Leitung zurücklegen. Dazu kam es nicht. „Die Frage seiner Position war nicht Thema der Diskussion, weil Herr Adamovich nicht anwesend war“, sagt Stellvertreterin Susanne Reindl-Krauskopf.

Bericht Ende Jänner
Adamovich bereut jedenfalls, dass er die Kommissionsleitung übernommen hat, und rechtfertigt sich so: „Ich bin von oberster Stelle gedrängt worden“, sagt er im Interview mit ÖSTERREICH. Fest steht: Vier Tage nach dem Abschlussbericht der Polizei feilen die sechs Kommissionsmitglieder an der Endfassung des Berichts. „Es sieht so aus, als wenn nur wenige Sitzungen notwendig wären. Der Bericht wird aber Ende Jänner fertiggestellt“, sagt Reindl-Krauskopf.

Dass der Akt Natascha erneut geöffnet wird, ist unwahrscheinlich. „Ich erwarte nicht, dass es großen Überraschungen oder Anhaltspunkte für neue Ermittlungen gibt“, sagt Reindl-Krauskopf.

ÖSTERREICH: Was hat die Evaluierungskommission bei der Sitzung besprochen?
Ludwig Adamovich: Ich bin nicht dabei gewesen. Nicht, weil ich es hingeworfen hätte, sondern weil ich krank bin.

ÖSTERREICH: Haben Sie Ihren Rücktritt angeboten?
Adamovich: Es ist so: Das Problem löst sich von selbst. Heute war eine Sitzung, da war ich nicht dabei. Und es wird sicher noch eine letzte Sitzung geben, da will ich teilnehmen. Außerdem beendet die Kommission ihre Tätigkeit ja in naher Zukunft.

ÖSTERREICH: War es ein Fehler, die Leitung der Kommission überhaupt zu übernehmen?
Adamovich: Ja. Ich bereue diese Entscheidung sehr. Aber ich bin von oberster Stelle, von mehreren Persönlichkeiten, in diese Position gedrängt worden. Ich habe sicher einige Fehler gemacht, aber nicht nur Fehler.

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