Ärzte halten Landmedizin für bedroht

Ordinations-Sterben

© APA/Hans Klaus Techt

Ärzte halten Landmedizin für bedroht

Die Ärztekammer sieht die medizinische Versorgung der Landbevölkerung "in entlegenen Regionen" in Gefahr. "Wir sehen den Trend, dass landärztliche Praxen nach der Pensionierung des Inhabers immer seltener nachbesetzt werden können", sagt ÖÄK-Präsident Walter Dorner. Hauptgrund ist, dass immer mehr Ärzte auf dem Land ihre Berechtigung zur direkten Abgabe von Medikamenten an die Patienten verlieren, wenn in der Nähe eine öffentliche Apotheke aufsperrt.

Ohne Hausapotheke sinnlos
Denn die gesetzliche Regelung sieht laut Ärztekammer vor, dass ein Arzt seine Hausapotheke aufgeben muss, sofern sich im Umkreis von sechs Kilometern seiner Praxis eine Apotheke niederlässt. Von der Politik fordert die Kammer nun, diese erst wenige Jahre alte Bestimmung wieder rückgängig zu machen.

"Äußerst schwierige Bedingungen"
Denn gerade diese "ärztlichen Hausapotheken" seien notwendig, um die Existenz der Landärzte unter den "außergewöhnlich schwierigen Bedingungen" in entlegenen Gebieten zu sichern, meint der Allgemeinmediziner Jörg Pruckner. Gefordert wird daher ein "gezieltes Förderprogramm für die Landmedizin". "Ein wesentlicher Punkt ist dabei der Weiterbestand der Berechtigung zur Führung einer ärztlichen Hausapotheke, wenn sich im Umfeld eine öffentliche Apotheke niederlässt", so Pruckner.

Dorner und Pruckner verwiesen auf eine "offensive Niederlassungsstrategie der öffentlichen Apotheken auch in kleinen Orten", die zu einer "schleichenden Vernichtung der ärztlichen Infrastruktur" führe. Die ÖÄK fordert die Politik zu "geeigneten Schritten" auf, um die ärztliche Versorgung auf dem Land sicherzustellen: "Die Politik hat die Wahl, ob sie die Landmedizin vor Ort haben möchte oder eine Apotheke ohne Landarzt im Ort", so die beiden Standesvertreter.

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