Ärzte sollen Aufpasser bekommen

Vorschlag

Ärzte sollen Aufpasser bekommen

Der Hauptverband der Sozialversicherungsträger hat ein massives Problem: Die Ausgaben für ­Medikamente und Ärzte steigen ohne entsprechende Reformmaßnahmen von derzeit 13 Milliarden bis zum Jahr 2012 auf 16 Milliarden Euro. Deshalb brüten die Experten, wo und wie im Gesundheitswesen eingespart werden soll. Im Sozialpartnerpapier von ÖGB und Wirtschaftskammer sind bereits Einschränkungen bei der Nachbesetzung von Kassenärzten und die Kündigung von Verträgen enthalten. Jetzt lässt Hauptverbands-Präsident Erich Laminger mit einem neuen Vorschlag aufhorchen: „Es ist sinnvoll, Kassenverträge an die Verpflichtung zur Weiterbildung und Effektivität zu knüpfen.“

Qualitätskontrolle
Das heißt, ein unabhängiges Institut unter staatlicher Hoheit soll sowohl die Fortbildungstätigkeit als auch die Qualität der Kassenvertragsärzte kontrollieren.

Wer nicht spurt, verliert seinen Vertrag mit der Krankenkasse. Laminger drückt es so aus: „Es werden sich jene Ärzte durchsetzen, die wirklich effektiv arbeiten.“ Der Widerstand der Ärzte ist programmiert. ­Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky (ÖVP) hat zwar angekündigt, dass „jeder seine Schmerzgrenze überschreiten muss“. Den Ärzten dürfte das aber ­einen Schritt zu weit gehen.

Konkurrent Apotheker
Auch an der von der Ärztekammer kritisierten Medikamentenabgabe durch den Apotheker hält Laminger fest. „Ich kenne viele Ärzte, die froh darüber sind, dass ihnen der Apotheker in Zukunft die Arbeit abnimmt und die Patienten über Generika aufklärt. Dieses System funktioniert in 17 EU-Staaten, warum soll es in Österreich scheitern.“ Seit die Ärzte dazu verpflichtet sind, das billigste Medikament zu verschreiben, hat sich der Anteil an Generika verdoppelt. Von 22,9 Prozent im Jahr 2002 auf 40 Prozent 2007.

Laminger plädiert weiters für eine bessere Zusammenarbeit zwischen niedergelassenem Bereich und Spital. „Wir müssen e-health forcieren, um Kosten einzusparen. Aber da ist die Ärztekammer auch dagegen.“

Für den Hauptverbands-Chef steht fest: „Es geht nicht darum, Leistungen zu kürzen, sondern das Entbehrliche muss weggelassen werden.“ Noch hat der Hauptverband aber nicht mit den Ärzten gerechnet. Die scharen bereits in den Kampf-Startlöchern.

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