Ansturm auf Unis führt zu Chaos

Medizin-Studium

© APA/Georg Hochmuth

Ansturm auf Unis führt zu Chaos

Zum vierten Mal hat am Freitag in Wien und Innsbruck der Eignungstest Medizin Studium (EMS) bzw. in Graz der Test zu medizinrelevanten Grundlagenfächern (Biologie, Chemie, Physik) stattgefunden. Diesmal haben sich 6.271 Bewerber um die 1.500 Studienplätze für Human- bzw. Zahnmedizin bemüht. 75 Prozent der Plätze sind für Studenten mit österreichischem Maturazeugnis reserviert, 20 Prozent gehen an EU-Bürger und der Rest an Nicht-EU-Bürger.

Aus Deutschland
In Wien sind 3.409 Studierwillige zur Prüfung im Austria Center Wien angetreten, das sind deutlich mehr als im vergangenen Jahr (2.876). Ursprünglich angemeldet hatten sich 4.849 Personen, davon kamen 3.200 aus Österreich, 1.500 aus der EU (zu 95 Prozent aus Deutschland) und 76 aus Drittländern. Wer einen der 740 Studienplätze - davon 80 für Zahnmedizin - ergattert hat, wird am 10. August per Brief davon informiert.

Shuttlebusse
Mit Shuttlebussen wurden in der Steiermark die Interessenten zum Eignungstest geführt. Austragungsort des Auswahlverfahrens, zu dem sich 1.374 Interessenten angemeldet hatten, war diesmal die Halle des Schwarzl Freizeitzentrums, in der sonst die steirische Erotikmesse über die Bühne geht oder Hansi Hinterseer auftritt. 1.126 Bewerber sind am Freitag tatsächlich angetreten (2008 waren es 926), um sich einen der insgesamt 360 Studienplätze (davon 24 Plätze für Zahnmedizin) zu sichern. Bei den Voranmeldungen kamen zwei Drittel der Studienbewerber aus Österreich und 363 aus EU-Ländern (351 aus Deutschland), teilte die Med-Uni mit. Konkrete Daten zu den Teilnehmern vom Freitag werde es zu Beginn der kommenden Woche geben. Die provisorische Reihung soll am 17. Juli, die endgültige Reihung am 14. August feststehen.

In den Innsbrucker Messehallen sind heute 1.736 Personen beim EMS angetreten, 2008 waren es 1.529. Angemeldet waren ursprünglich 2.389 Personen, 37 haben ihr Testergebnis vom Vorjahr noch einmal eingereicht, in der Hoffnung, dass sie diesmal einen der 400 Plätze (davon 40 Zahnmedizin) erhalten. Von den Angemeldeten kamen 955 aus Österreich, 1.434 aus der EU, vor allem aus Deutschland, und 36 aus Nicht-EU-Staaten.

Quotenregelung
Österreich könnte trotz der Zusicherung der EU-Kommission, für fünf Jahre kein Vertragsverletzungsverfahren wegen der Quotenregelung für ausländische Medizinstudenten einzuleiten, Probleme bekommen, und zwar durch den Europäischen Gerichtshof (EuGH). Generalanwältin Eleanor Sharpstone vom Europäischen Gerichtshof hatte zuletzt in ihren Schlussanträgen eine vergleichbare Regelung in Belgien, das mit seiner Quotenregelung den Ansturm französischer Studenten abwehren will, als diskriminierend und EU-rechtswidrig bezeichnet. Folgt der EuGH der Argumentation seiner Generalanwältin, wird er noch in diesem Jahr diese Entscheidung endgültig bestätigen, und das könnte auch Auswirkungen auf Österreich haben.

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