Zurück in die Heimat

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Arigona: Heute nimmt sie Abschied

Für Hunderttausende Schüler in Westösterreich beginnt mit dem heutigen Schulschluss die schönste Zeit des Jahres. Nicht aber für Albin (11), Albona (10) und Arigona Zogaj (18). Ganz im Gegenteil: Denn wenn sie heute Vormittag ihre Schulzeugnisse in den Händen halten, bleiben ihnen nur mehr Stunden in ihrer Heimatgemeinde Frankenburg (Oberösterreich), eine Abschiebung in den Kosovo ist nun endgültig nicht mehr aufzuschieben.

Fakt ist: Schon Ende Juni hat die Familie eine Aufforderung zur sofortigen Ausreise zugestellt bekommen. Die zuständige Bezirkshauptmannschaft Vöcklabruck gab den Zogajs allerdings noch eine kurze Schonfrist, damit die Kinder das Schuljahr regulär beenden konnten.

Geplant: Familie will sofort Einreise-Antrag stellen
Über den genauen Zeitpunkt der Ausreise schweigt die Behörde zwar noch offiziell, Insider wissen aber: Nurije Zogaj und ihre drei Kinder bleiben nur mehr ganz kurz in Österreich. Fest steht, dass die Familie nicht mit dem Auto in den Kosovo reisen wird. Die Flugtickets von Wien-Schwechat nach Pristina, der Hauptstadt des Kosovo, sind bereits gebucht. Das bedeutet aber auch: Die Zogajs nehmen nur „leichtes Gepäck“ in ihre alte Heimat mit und sind optimistisch, bald wieder nach Österreich zurückkehren zu dürfen.

Längst ist beschlossen, dass die Familie sofort nach der Einreise in den Kosovo bei der österreichischen Botschaft in Pristina Anträge auf baldige Wiedereinreise stellen wird.

Eine Rückkehr soll durch den Antrag auf saisonale Beschäftigung für Mutter Nurije sowie Schülervisa für ihre Kinder ermöglicht werden. Dabei muss in Österreich eine Person die erzieherische und finanzielle Verantwortung übernehmen. Über den Antrag entscheidet dann nicht das Innenministerium, sondern die Bezirkshauptmannschaft am künftigen Wohnort, aller Voraussicht nach eine BH in Linz. Der für sie zuständige Landeshauptmann Josef Pühringer befürwortet dezidiert eine humane Lösung. Entschieden werden muss innerhalb von sechs Monaten.

Pfarrer Friedl: "Ein trauriger Tag"

ÖSTERREICH: Heute bekommen Albin, Albona und Arigona ihre Schulzeugnisse. Können Sie sich darüber überhaupt freuen?

Josef Friedl: Nein, Freude gibt es da heute sicher keine. Jetzt geht es nur mehr um ihre Abschiebung. Sie müssen sich von ihren Freunden in Österreich trennen und das macht die Kinder sehr traurig.

ÖSTERREICH: Wie wird die Ausreise ablaufen?

Friedl: Sie werden in den Kosovo fliegen, das erste Mal überhaupt und deshalb ist die Familie sehr aufgeregt. Vielleicht wird sie dabei sogar jemand begleiten.

ÖSTERREICH: Werden Sie weiterhin Kontakt zur Familie halten?

Friedl: Auf jeden Fall und ich werde sie auch finanziell unterstützen, so weit mir das möglich ist. Wer soll sie denn am Leben erhalten? Im Kosovo haben sie ja nichts.

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