Atom-Wahnsinn rund um Österreich Atom-Wahnsinn rund um Österreich

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Atom-Wahnsinn rund um Österreich

Der tschechische Außenminister Karl Fürst von Schwarzenberg macht aus seinem Herzen keine Mördergrube. Die Tschechen sollen auf Atomkraft setzen, will der strahlende Atomfürst.

In der Regierungserklärung steht, dass die „selbstbewusste Politik“ Prags keine Alternative zur Atomkraft sieht. „Die Regierung wird die Errichtung von neuen Blöcken in Temelín sowie eine Modernisierung des Atomkraftwerkes in Dukovany unterstützen“, heißt es trocken in der Regierungserklärung, die vom Parlament akzeptiert wurde.

Was nicht in dieser Regierungserklärung steht: Das Schrott-AKW Dukovany, gerade 50 Kilometer von der österreichischen Grenze im Weinviertel entfernt, soll nicht nur modernisiert, sondern sogar noch um einen Reaktorblock vergrößert werden.

Dukovany ist einer der wenigen Reaktoren, der noch ohne Containment, ohne Sicherheitshülle aus Beton, gebaut ist. Dass der alte Meiler aus der ehemaligen Sowjetunion stammt und schon rund 30 Jahre alt ist, macht die Sache auch nicht angenehmer.

Russen kommen
Deshalb hat die Tschechische Republik bereits die russische Atomstroyexport aufgefordert, gegen den US-Konzern Westinghouse Electric Co. und den französischen Multi Areva SA ein Angebot zu legen.

Zwei Reaktorblöcke in Temelín sind fix zu bauen, ein Block in Dukovany soll „möglicherweise“ errichtet werden. Russische AKWs sind bedeutend billiger, die Sicherheitsvorkehrungen der Kraftwerke sind laut Experten miserabel. „Wir wollen den Wettbewerb durch die russische Teilnahme beleben und den Preis senken“, gibt der tschechische Premierminister Petr Nečas auch ungeniert zu. Dass Russen mitmachen, sei „von strategischer Bedeutung“ für Tschechien.

Letzte Hürde
Allein für den Ausbau von Temelín sind 6,5 Milliarden Euro veranschlagt. Wie viel der Ausbau von Dukovany kosten wird, ist noch unklar.

Eine der letzten Hürden stellt die EU in den Weg. Sie verlangt, dass die Dokumente zur „Umweltverträglichkeitsprüfung“ öffentlich zugänglich sind. Jetzt sind sie im Internet einzusehen. Wer einen Blick riskiert, kann sich unter Punkt 3.2 über die „Sterblichkeit im produktiven Alter“ informieren.

Etwas weiter unten geht es um „verlorene Jahre potenziellen Lebens“. So makaber diese Punkte auch klingen – das Papier voller Tabellen hat vor allem eine Botschaft: Alles ist sicher.

Dabei ist Temelín alles andere als störungsfrei. Weit über 100 Vorfälle sind bekannt. So traten zum Beispiel im Juni 2004 rund 3.000 Liter radioaktiv verseuchte Kühlflüssigkeit aus. Eine „klassische technische Panne“ für Prag.

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