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Störaktion erwartet

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Audimax geräumt - Proteste gehen weiter

Sechzig Tage nach Beginn der Besetzung hat das Rektorat der Universität Wien am Montagmorgen das Audimax räumen lassen. Gegen 6.45 Uhr verließen rund 80 Obdachlose und 15 Studenten auf Aufforderung der Unileitung den Hörsaal, die Polizei musste nicht eingreifen. Bis einschließlich 6. Jänner werden das Hauptgebäude der Uni sowie das Neue Institutsgebäude (NIG) geschlossen, nur Mitarbeiter bekommen Zugang. Die Audimax-Besetzer, die von der Räumung überrascht wurden, denken unterdessen nicht ans Aufgeben, auch an anderen Unis dauern die Proteste an.

Polizeilich gesuchter Demonstrant
"Es geht auf jeden Fall weiter", so eine Besetzerin nach der Räumung; ein neues Motto der Besetzer lautet "Das Audimax Wien ist überall!". Auch Rektor Georg Winckler erwartet "die eine oder andere Störaktion", wenn das Audimax nach Ende der Ferien wieder für den Lehrbetrieb freigegeben wird. Einen Plan zur Verhinderung einer sofortigen Wiederbesetzung gibt es vorerst allerdings nicht: "Das ist eine Frage, die wir am 7. Jänner klären werden", so Winckler.

Die Uni-Leitung hat die Räumung des Audimax und der übrigen von den Besetzern genutzten Räume im Hauptgebäude mit der "dramatischen Sicherheitslage" begründet, die über Weihnachten oder Silvester "unkalkulierbar" geworden wäre. Unter anderem sei vor einer Woche "ein in Deutschland polizeilich gesuchter Demonstrant" in dem Hörsaal verhaftet worden, die Besetzer seien außerdem gewaltsam in Büroräumlichkeiten eingedrungen, der Drogenhandel und -konsum habe zugenommen.

Neue Zentrale im alten AKH
Die Audimax-Besetzer dürften nun vorerst im besetzten Hörsaal C1 am Campus im Alten AKH (Wien-Alsergrund) ihre neue Zentrale errichten. Dieser wurde kurz nach dem größten Hörsaal der Uni in Beschlag genommen, viele der dortigen Besetzer waren zuvor an der Audimax-Besetzung beteiligt. Dort will sich die Protestbewegung auch heute Nachmittag um 16.30 Uhr zu einer Demonstration sammeln.

In der Bundeshauptstadt sind neben der Uni Wien derzeit noch Räume an der Akademie der Bildenden Künste und der Technischen Uni (TU) Wien besetzt. In den Bundesländern hat es mittlerweile zumindest Teileinigungen zwischen Besetzern und Rektoraten gegeben: So sind Besetzer in zur Verfügung gestellte Ersatzräume übersiedelt bzw. sind besetzte Hörsäle untertags für die Lehre freigegeben worden.

Hahn: "Logischer Schritt"
Wissenschaftsminister Johannes Hahn (V) hat die Räumung des Audimax begrüßt. "Es ist nicht Aufgabe der Universität, Obdachlosen ein Dach zu bieten, da sind andere dafür zuständig", betonte der Minister. Auch angesichts der Kosten sei es an der Zeit gewesen, "ein Ende zu suchen". Hahn versicherte aber, die Anliegen der Studenten würden nicht verhallen und verwies auf den Hochschuldialog. Mit gemischten Gefühlen steht Bildungsministerin Claudia Schmied (S) den Ereignissen von Montagfrüh gegenüber. "Wenn man den Berichten trauen darf, dass nur noch wenige Studenten da waren und die Obdachlosen gut versorgt wurden, dann war das wohl der logische Schritt. Ich habe aber persönlich bei Polizeieinsätzen immer ein sehr ungutes Gefühl - vor allem wenn es um Formen der Demonstration geht."

Obachlose in Notschlafstellen
Die Besetzer selbst zeigten sich in einer Aussendung"enttäuscht" von der Vorgehensweise des Rektorats. Die Räumung sei Ersatz für das Finden einer politischen Lösung, die bereits in Reichweite gewesen sei. "Entsetzt" reagierte die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH). "Rektor Winckler hat den Weg des Dialogs verlassen und setzt nun auf Eskalation", empörten sich das ÖH-Vorsitzteam. Auch der Wissenschaftssprecher der Grünen, Kurt Grünewald, äußerte sein Bedauern, dass an der Uni Wien "eine friedliche Einigung mit den Studierenden versäumt wurde, vor allem weil ein Kompromiss bereits in Reichweite schien".

Für jene Obdachlosen, die nach der Audimax-Räumung wieder auf der Straße stehen, hat die Stadt Wien am Nachmittag freie Plätze in den Notschlafstellen garantiert. "Die Ausnahmebestimmungen im Wiener Sozialhilfegesetz werden bei der herrschenden Wetterlage großzügig ausgelegt", betonte Peter Hacker, Geschäftsführer des Fonds Soziales Wien. Vermittelt werden die Schlafplätze vom "Service für Wohnungslose" (P7). Bis Mittag hätten rund 15 Menschen, die bisher im Audimax Unterschlupf gefunden hatten, von diesem Angebot gebrauch gemacht, so ein FSW-Sprecher.

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