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Aufstand gegen Flüchtlinge

Bruckneudorf

Aufstand gegen Flüchtlinge

Bruckneudorf. Die Stimmung im burgenländischen Bruckneudorf ist weiter aufgeladen. Bis zu 1.000 Menschen wollten bei einer Demo am Mittwoch gegen geplante Notunterkünfte für Flüchtlinge auf die Straße gehen (die war zu Redaktionsschluss noch nicht gestartet). Es ist die zweite von insgesamt drei Demos gegen 80 geplante Flüchtlings-Container in dem 3.000-Seelen-Ort. Die nächste findet morgen statt.

Dreiszker: »Distanziere mich von solchen Deppen«

Stimmung gemacht wird gegen die Politik, „nicht gegen Flüchtlinge“, wie Bürgermeister Gerhard Dreiszker (SPÖ) in ÖSTERREICH betont. Die Regierung würde mithilfe des Durchgriffsrechts „über die Bruckneudorfer Bevölkerung drüberfahren“ (siehe Interview). Der Ort sei aber durchaus bereit zu helfen.

Ganz anders präsentierte sich die Lage bei einem ÖSTERREICH-Lokalaugenschein am Dienstag zuvor. „Diese Menschen gehören erschossen“, war da etwa von einem älteren Bewohner zu hören. „Flüchtlinge gehören verboten“, ließ ein anderer wissen. Der Bruckneudorfer Bürgermeister rudert zurück: „Deppen gibt es immer. Aber von so etwas distanzieren wir uns klar!“

Bürgermeister vermutet Taktik von Innenministerin

Bruckneudorf sei durchaus bereit, Flüchtlinge aufzunehmen, so Dreiszker. Der Plan des Innenministeriums, 400 Asylwerber in 80 Containern im Ort unterzubringen, würde aber die Kapazitäten überschreiten und „eine Integration verunmöglichen“.

Dreiszker fühlt sich vor allem übergangen: Er habe dem Innenministerium ein Projekt vorgestellt, das die Unterbringung von 35 Flüchtlingen gewährleisten sollte: „Es gab sogar eine Begehung im Oktober, Rückmeldung haben wir aber nie erhalten.“ Dreiszker vermutet dahinter Taktik. „Damit hätten wir insgesamt 55 Flüchtlinge im Ort gehabt und die Quote somit übererfüllt. Dem Innenministerium hätte damit das Argument gefehlt, das Durchgriffsrecht bei uns anzuwenden, und so 400 Leute hier ­unterzubringen.“

Dreiszker: ›Wir sagen Nein zum Massenlager‹

ÖSTERREICH: Wie ist die Stimmung in Ihrem Ort?

Gerhard dreiszker: Wir wollen uns nicht ins rechte Eck drängen lassen. Wir sagen doch Ja zum Helfen, aber Nein zum Massenlager. Integration wird so sicher schwer.

ÖSTERREICH: Was stört an den Containern konkret?

dreiszker: Wir fühlen uns überrumpelt, schließlich haben wir dem Innenministerium ein Quartier für 35 Leute angeboten. Dazu gab es nie eine Rückmeldung. Ich halte das für eine Taktik. Denn damit hätten wir die Quote übererfüllt und man hätte uns die Container nicht herstellen können.

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