Aufstieg mit zwei Fünfern nun fix

Schule

Aufstieg mit zwei Fünfern nun fix

Die Regierung einigte sich nach stundenlangen Verhandlungen auf einen Schulkompromiss. Doch es gibt weiter Streit.

Stundenlang verhandelten SPÖ-Bildungsministerin Claudia Schmied und VP-Schulbeauftragter Werner Amon am Montag die Oberstufen-Reform – vor allem das Aufsteigen mit drei Fünfern. Dienstag – knapp vor dem Ministerrat um 10 Uhr – schalteten sich schließlich SP-Kanzler Werner Faymann und VP-Vizekanzler Michael Spindel­egger ein. Dann preschte Spindelegger vor: Man habe sich auf "Aufsteigen mit zwei Fünfern geeinigt", sagte er.

Im ÖSTERREICH-Gespräch korrigiert Schmied Spindelegger umgehend: "Schüler, die etwa wegen Krankheit oder familiärer Probleme drei Nicht genügend haben, werden nach Beschluss der Klassenlehrer-Konferenz sehr wohl aufsteigen können." Allerdings nur ein Mal – damit ist Schmied der ÖVP, die den Pakt vergangene Woche kurzfristig wieder aufgeschnürt hatte, entgegengekommen.

Ab 2012. Die Reform wird ab dem Schuljahr 2012
13 schrittweise umgesetzt. Unterrichtet wird dann mit einem "Modulsystem". Ein Fünfer im Semesterzeugnis kann nicht durch bessere Leistungen im zweiten Semester ausgebessert werden, sondern muss durch eine neue Prüfung über den Stoff "getilgt" werden. Auch ein Antreten zur Matura ist nur möglich, wenn alle negativen Module ausgebessert wurden.

Dafür hat der Schüler allerdings mehr Antritte als bisher (drei bzw. auf Entscheidung der Direktion vier) und kann sich auch von einem anderen als dem Klassenlehrer prüfen zu lassen. Diese Prüfungen können auch erst im kommenden Semester oder Schuljahr stattfinden.
 

Der neue Kompromiss

  1. Aufsteigen mit 3 Fünfern: Ist nur bei Problemfällen (etwa Krankheit) möglich. Man benötigt aber die Zustimmung der Lehrer-Konferenz. Und: Es ist nur ein Mal möglich.
  2. Aufsteigen mit 2 Fünfern: Jedes Semester wird in Module unterteilt. Bei zwei Fünfern steigt man automatisch auf. Aber: Man muss die jeweiligen Module wiederholen.
  3. Lernbegleiter bei einem Fünfer: 
Der Schüler steigt auf, hat aber schon bei einem Fleck Anspruch auf einen "Lernbegleiter". Und: Mehr Förderkurse im Angebot.
  4. Keine Komplett-Wiederholung: Selbst wenn man vier Fünfer hat und wiederholen muss, bleiben Fächer in denen man positiv war, gültig. Man muss sie nicht noch einmal machen.
Autor: Isabelle Daniel
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