Auslieferungsverfahren auf Schienen

Fall Sanader

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Auslieferungsverfahren auf Schienen

Das österreichische Justizministerium hat die Auslieferungsdokumente für den ehemaligen kroatischen Premier Ivo Sanader vom kroatischen Justizministerium heute, Dienstag, erhalten, berichtete die Nachrichtenagentur Hina. Der frühere Regierungschef könnte laut Einschätzung des kroatischen Justizministers Drazen Bosnjakovic noch bis Jahresende an Kroatien ausgeliefert werden, sollte er der Auslieferung zustimmen.

Weitergeleitet
Die Dokumente waren am Montagnachmittag losgeschickt worden und sollen heute der zuständigen Staatsanwaltschaft in Salzburg weitergeleitet werden, hieß es aus dem Justizministerium in Wien. Sanader ist seit seiner Verhaftung auf der Tauernautobahn am Freitagnachmittag in der Justizanstalt in Salzburg inhaftiert. Er war aufgrund eines internationalen Haftbefehls von österreichischen Zivilfahndern festgenommen worden. In Kroatien werden ihm Amtsmissbrauch und Bildung einer kriminellen Vereinigung in zwei Fällen vorgeworfen.

Weitere Fälle
Bei diesen zwei Fällen dürfte es aber nicht bleiben, die Anklage könnte noch um einige weitere Fälle erweitert werden, berichteten kroatische Medien. Innenminister Tomislav Karamarko hatte in einem Interview mit der Belgrader Zeitung "Blic" gesagt, dass der Kampf gegen Korruption mit der Verhaftung Sanaders nicht aufhöre. Es werde sicher zu weiteren Ermittlungen und Festnahmen kommen, sagte Karamarko, der keine Details nannte.

Die Oppositionspolitikerin und Leiterin des Parlamentsausschusses für den EU-Beitritt, Vesna Pusic, sagte, dass die Verhaftung des Ex-Premiers keine Bedingung für den EU-Beitritt sei, jedoch immens wichtig für die Klärung des Verdachts über Korruption auf höchster Ebene.

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