Bandion-Geheimtreffen mit Grasser-Anwalt

Buwog-Affäre

© Lisi Niesner/TZ ÖSTERREICH

Bandion-Geheimtreffen mit Grasser-Anwalt

Seit vergangenem Mittwoch ist die Affäre Buwog – es geht um die 961 Millionen schwere Privatisierung von 60.000 Wohnungen – um eine Facette reicher. Nach einem endlosen Parlamentstag verabschiedete sich Justizministerin Claudia Bandion-Ortner weit nach 22 Uhr von ihren Mitarbeitern: „Geht’s heim, ich trink noch irgendwo eine Kleinigkeit.“

„Schau bitte, dass ich Akteneinsicht kriege“
Kurz danach taucht die Ministerin im Theatercafé auf – dessen Besitzer auch die Kantine im Justizministerium betreibt. Im Szenelokal feiert gerade ein anderer Gast: Rechtsanwalt Manfred Ainedter, dessen Sohn die Rechtsanwaltsprüfung bestanden hatte. Als Ainedter seine Uralt-Bekannte sieht, steuert er auf sie zu. Der Top-Anwalt, er verteidigt Ex-Minister Karl-Heinz Grasser, der im Buwog-Skandal von der Staatsanwaltschaft als Beschuldigter geführt wird, schildert im ÖSTERREICH-Gespräch die Begegnung: „Ich war auf Tausend, weil Grasser als Beschuldigter geführt wird, ohne dass wir Akteneinsicht haben oder er einvernommen wurde.“

Es entspann sich laut Ainedter folgender Dialog:

Ainedter: „Schau bitte, dass ich endlich Akteneinsicht kriege. Schalte die Aufsicht ein. Ich habe auch schon formell Einspruch erhoben.“
Bandion: „Du weißt, ich kann nicht eingreifen.“
Ainedter: „Das will ich auch nicht. Aber Akteneinsicht muss drin sein.“
Bandion: „Ich kann darüber nicht reden und will es auch nicht. Versteh’ das.“

Ob und wie der Angriff dennoch wirkte, ist seither wild umstritten. Sicher ist nur, dass eine Offensive des Grasser-Lagers startete: Tags darauf griff Ainedter in Medien die Staatsanwaltschaft heftig an und gestern klagte Grasser einen „Belastungszeugen“ wegen übler Nachrede.

Bandion-Ortner dementiert
Bandion-Ortner dementiert jegliche Intervention: „Ich mische mich nicht ein.“ Hätte es einen offiziellen Termin gegeben, wäre ein Kabinettsmitglied dabei gewesen. Und Ainedter sagt: „Das war keine formelle Intervention. Es war informell. Und ist völlig harmlos.

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