Bei Anti-Europa

Karas warnt ÖVP

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Bei Anti-Europa "bin ich weg"

Der Delegationsleiter der ÖVP-Fraktion im EU-Parlament, Othmar Karas, ist überzeugt, dass seine Partei den ersten Platz wieder erringen wird. Bei den EU-Wahlen "werden wir zweimal Erster sein, bei der EVP und bei der ÖVP", glaubt Karas. Jüngsten Prognosen, die der SPÖ Platz eins bescheinigten, kann er nichts abgewinnen. Außerdem sieht er Hans-Peter Martin weiterhin im Europaparlament, dagegen wird das BZÖ seiner Ansicht nach nicht reinkommen. Gleichzeitig warnt Karas seine eigene Partei vor einer Änderung der Pro-Europalinie. Sollte es das geben, dann "bin ich weg".

"Keine Spielchen"
Er glaube allerdings, dass es sehr wohl eine "Arbeitsteilung" mit dem neuen Spitzenkandidaten Ernst Strasser geben werde. Karas wendet sich gegen "alle Spielchen, wo Europa gegen Österreich ausgespielt" werden könnte. Damit spiele man auch mit der Sorge, der Angst und den Hoffnungen der Menschen. "Die ÖVP wird dieser Politik weitgehend eine klare Absage erteilen". Strasser und er "wollen zeigen, dass ein Miteinander nicht nur in Europa richtig ist, sondern auch von unterschiedlichen Persönlichkeiten" möglich sei.

Krise hilft der EU
Insgesamt ist Karas optimistisch über die Ausgangslage für die EU-Wahl im Juni. "Die Bereitschaft für eine Wahlbeteiligung steigt", man liege derzeit bei 50 Prozent (beim letzten Mal 2004 waren es es lediglich 40 Prozent gewesen). Die "Grundstimmung ist, dass die Wirtschafts- und Finanzkrise leichter zusammen als alleine zu lösen ist". Das greife auch zunehmend im Bewusstsein der Bevölkerung.

Europakritik passé
Aus diesem Grund dürfte auch das Potenzial der europakritischen Parteien - "da grasen Teile der SPÖ, der Attac-Grünen, die FPÖ und Hans-Peter Martin im selben Spektrum" - nicht größer, sondern eher kleiner geworden sein. Bei Martin dürfe man dessen "Präsenz in der 'Kronen Zeitung' nicht vergessen. Er hat jeden Sonntag fünf Jahre lang eine Kolumne gehabt", andere könnten dem nur vier Wochen Wahlkampf entgegen setzen.

Relativ wichtiger
Ihm gehe es jedenfalls darum, dass der Wahlkampf auch von einem "besseren Verständnis der erfolgreichen Zusammenarbeit Österreichs und Europas begleitet wird. Österreich hat in den letzten fünf Jahren im Europaparlament eine größere Bedeutung, eine gewichtigere und einflussreichere Rolle gespielt, als es der Größe unseres Landes entspricht", lobt Karas seine Abgeordneten im EU-Parlament.

Zur Frage nach dem nächsten EU-Kommissar für Österreich gibt er sich zurückhaltend. Es komme darauf an, wer Kommissionspräsident werde, wie das Verhältnis Frau-Mann in der Kommission aussieht und welches Dossier man Österreich zudenke und schließlich, wenn der EU-Vertrag von Nizza angewandt werde, könnte man auch den Kommissar verlieren.

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