Bei mehr Unterricht weniger Lehrer nötig

ÖVP-Klubchef meint:

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Bei mehr Unterricht weniger Lehrer nötig

Der Vorschlag von SPÖ-Unterrichtsministerin Claudia Schmied, dass Lehrer künftig zwei Stunden länger unterrichten sollen, sei "offenbar in der Budgetnot" gemacht und eine "reine Effizienzmaßnahme" und führe - in einer groben Rechnung - "selbstverständlich zu 10 Prozent weniger Lehrern - no na", meint ÖVP-Klubobmann Karl-Heinz Kopf.

"Sie hat nicht zu wenig Geld"
Dass Schmied damit unter anderem in schwierigen Klassen zwei Lehrer parallel unterrichten lassen will, kommentiert Kopf so: "Man kann viel erfinden, um nicht einzusparen". Für bildungspolitische Verbesserungen habe Schmied 400 Mio. Euro als Budgeterhöhung erhalten, nur sie "kommt damit nicht aus. Aber zweimal können wir es ihr nicht geben". Österreichs Bildungssystem liege international im oberen Drittel der Kosten, das Problem liege nicht darin, dass zu wenig Geld zur Verfügung stehe.

"So ist es nicht durchsetzbar"
Zugleich signalisiert Kopf angesichts der aktuellen Budgetlage durchaus Verständnis für Schmieds Ziel. Er würde sich wünschen, dass alle Ministerien "solche Überlegungen" anstellen. Allerdings sollten sie ihre Ideen zunächst "auf Machbarkeit abklopfen", denn so wie Schmied das angegangen sei, "setzt man das nicht durch". Jede betroffene Gruppe würde so "aufschreien", wie es nun die Lehrergewerkschaft getan habe. Auch Lehrervertreter seien bereit, über Reformen der Arbeitszeit zu diskutieren, "aber nicht in so diktatorischer Weise".

Einziges Ressort mit Plus
Schmied habe als einzige 600 Mio. Euro mehr als im Vorjahr erhalten - 400 Netto, wenn man die 200 Mio. Euro an Budgetüberziehung aus dem Vorjahr abrechne. "Das ist ja nicht Nichts", so Kopf, es habe auch niemand Schmied gezwungen, mit ihren Überlegungen "vorzeitig an die Öffentlichkeit zu gehen". Es "gibt zig Möglichkeiten, mit dem Geld auszukommen", so Kopf. Es könne nicht die einzige Alternative sein, die Lehrer zwei Stunden mehr arbeiten zu lassen.

Zustimmung der ÖVP offen
Kopf ließ aber offen, wie sich die ÖVP letztlich bei einer Entscheidung über die Erhöhung der Lehrerstunden verhalten wird. Am 21. April soll das Budget im Ministerrat beschlossen und im Nationalrat vorgestellt werden. Auf die Frage, wie die ÖVP dann abstimmen werde, sagte Kopf: "Ich weiß nicht, was am 21. April sein wird".

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