24. Jänner 2012 00:01

Einheiten ohne Wehrpflichtige 

Darabos probt das Berufsheer

Verteidigungsminister startet jetzt Pilotprojekte – zusammen mit General Entacher.

Darabos probt das Berufsheer
© TZ ÖSTERREICH/Niesner

Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) gab am Montag den Startschuss für drei Pilotprojekte für ein rekrutenfreies Bundesheer – in trauter Eintracht mit Generalstabschef Edmund Entacher. Er unterstützt die Projekte – ist aber nach wie vor für die Wehrpflicht (siehe unten).

Die Pilotprojekte starten ab sofort und laufen drei Jahre. Bis kommenden Juli soll der Umbau abgeschlossen sein.

  • Musterverband. Das bei Auslandseinsätzen bewährte Jägerbataillon 25 in Klagenfurt soll Verstärkung durch 350 Berufssoldaten bekommen und künftig ganz ohne Grundwehrdiener auskommen.
  • Weniger Systemerhalter. 60 Prozent der Grundwehrdiener werden zum Kochen, als Lkw-Fahrer oder zu sonstigen Hilfsdiensten abkommandiert. Am Truppenübungsplatz Seetaler Alpe (Steiermark), in der Khevenhüller-Kaserne (Klagenfurt) und in Wien im Ministerium, im Amtsgebäude Franz-Josefs-Kai, im Kommandogebäude General Körner sowie in der Starhemberg-Kaserne sollen diese Dienste jetzt von außen zugekauft werden.
  • Miliz. Die Miliz soll aufgewertet werden. Milizsoldaten der Pionierkompanien Niederösterreich und Salzburg müssen pro Jahr für zwei Wochen Übungen, z. B. für Katastropheneinsätze, absolvieren und bekommen dafür 5.000 Euro Prämie.

Insgesamt sollen so 300 bis 500 Systemerhalter eingespart werden. Kosten: bis zu zehn Millionen Euro bis 2014. Finanzieren will Da­rabos das durch Umschichtungen im Budget.

Entacher: "Weiter für Wehrpflicht"

General Edmund Entacher trat gestern gemeinsam mit Verteidigungsminister Norbert Darabos auf und musste die von ihm bekämpfte Reform mitpräsentieren.
Nach außen gibt er sich loyal. Obwohl er die Pilotprojekte von Darabos offiziell „interessant“ findet und die professionelle Basis der Zusammenarbeit mit dem Verteidigungsminister lobt, rückt er nicht davon ab, dass Österreich seiner Meinung nach die allgemeine Wehrpflicht braucht. Entacher zu ÖSTERREICH: „Mit sorgenvollem Blick auf die Budgetentwicklung denke ich, dass wir uns ein reines Berufsheer nicht leisten können.“

(nak)


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4 Postings
Tschastis meint am 24.01.2012 10:49:53 ANTWORTEN >
Kann man auch proben, diesen "Minister" (das würde übersetzt "Diener" heißen) Arsch über Kopf aus der Regierung zu werfen?
analyser meint am 24.01.2012 00:47:20 ANTWORTEN >
er hat ja jetzt 350 Mann gefunden, die wird er doch noch einsatzfähig machen können. Laut einem Fernsehfilm soll das Heer jetzt recht leistungsfähig sein, aber ich kann mich nicht erinnern. Ich glaube halt, es findet sich niemand im ganzen Land, der das machen will und so wird er halt mit einer Rapid-Force von 350 Mann das Land verteidigen. Wozu überhaupt Militär, wenn es niemand will und es wollen sich eh alle islamisieren und dann ist ja kein Feind mehr.
oe26 meint am 23.01.2012 18:30:01 ANTWORTEN >
Ein Berufsheer aufzubauen kann meiner Meinung nach nur eines bedeuten: die Leute gefügig zu machen. Sie sind dann finanziell von den Politikern abhängig. D. h. sie haben die volle Kontrolle über sie. Zu was das führen kann, haben wir bei den Armeen von Gadaffi & Co schon bewundern dürfen.

Sollten die Politiker behaupten, dass das eine geringere finanzielle Belastung für die Österreicher darstellt, dann wird ihnen das ganz sicher niemand abnehmen. Die Deutschen kennen auch schon die Folgephänomene. Mit dem Wegfall der freiwilligen Bundesheerler fallen nämlich auch die freiwilligen Zivildiener weg. Diese Stellen müssen dann natürlich ebenfalls gegen Entgelt besetzt werden.

Kurzum: ein Berufsheer ist ganz sicher ein rießen Haufen Scheiße.
fnw meint am 23.01.2012 15:22:27 ANTWORTEN >
dieser unfähige schilfschneider plant für die nächsten drei jahre um etliche millionen euro. da ist der schon längst vom volk aus dem parlament gejagt. sollte mit seinem privatvermögen für seinen blödsinn hafeten. der lebt nach der devise hinter mir die sintflut.
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