Darabos probt das Berufsheer

Einheiten ohne Wehrpflichtige

Darabos probt das Berufsheer

Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) gab am Montag den Startschuss für drei Pilotprojekte für ein rekrutenfreies Bundesheer – in trauter Eintracht mit Generalstabschef Edmund Entacher. Er unterstützt die Projekte – ist aber nach wie vor für die Wehrpflicht (siehe unten).

Die Pilotprojekte starten ab sofort und laufen drei Jahre. Bis kommenden Juli soll der Umbau abgeschlossen sein.

  • Musterverband. Das bei Auslandseinsätzen bewährte Jägerbataillon 25 in Klagenfurt soll Verstärkung durch 350 Berufssoldaten bekommen und künftig ganz ohne Grundwehrdiener auskommen.
  • Weniger Systemerhalter. 60 Prozent der Grundwehrdiener werden zum Kochen, als Lkw-Fahrer oder zu sonstigen Hilfsdiensten abkommandiert. Am Truppenübungsplatz Seetaler Alpe (Steiermark), in der Khevenhüller-Kaserne (Klagenfurt) und in Wien im Ministerium, im Amtsgebäude Franz-Josefs-Kai, im Kommandogebäude General Körner sowie in der Starhemberg-Kaserne sollen diese Dienste jetzt von außen zugekauft werden.
  • Miliz. Die Miliz soll aufgewertet werden. Milizsoldaten der Pionierkompanien Niederösterreich und Salzburg müssen pro Jahr für zwei Wochen Übungen, z. B. für Katastropheneinsätze, absolvieren und bekommen dafür 5.000 Euro Prämie.

Insgesamt sollen so 300 bis 500 Systemerhalter eingespart werden. Kosten: bis zu zehn Millionen Euro bis 2014. Finanzieren will Da­rabos das durch Umschichtungen im Budget.

Entacher: "Weiter für Wehrpflicht"

General Edmund Entacher trat gestern gemeinsam mit Verteidigungsminister Norbert Darabos auf und musste die von ihm bekämpfte Reform mitpräsentieren.
Nach außen gibt er sich loyal. Obwohl er die Pilotprojekte von Darabos offiziell „interessant“ findet und die professionelle Basis der Zusammenarbeit mit dem Verteidigungsminister lobt, rückt er nicht davon ab, dass Österreich seiner Meinung nach die allgemeine Wehrpflicht braucht. Entacher zu ÖSTERREICH: „Mit sorgenvollem Blick auf die Budgetentwicklung denke ich, dass wir uns ein reines Berufsheer nicht leisten können.“

(nak)

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