Bis zu 726 Euro Strafe für Raser

Alko-Lenker & Raser

 

Bis zu 726 Euro Strafe für Raser

Für die österreichische Verkehrssicherheit brechen harte Zeiten an: SP-Verkehrsministerin Doris Bures präsentiert im Ministerrat das Verkehrs-Sicherheitspaket, das mit 1. September 2009 in Kraft treten soll. Die Kernpunkte zielen darauf ab, die katastrophale Unfallbilanz Österreichs zu korrigieren: Vor allem Raser und Alkohol-Lenker werden in Hinkunft höher bestraft und es gibt einheitliche Mindeststrafen in allen Bundes­ländern.

Unfallstatistik 2008 zeigt nur leichten Rückgang gegenüber den Vorjahren.

  • 39.174 Unfälle. Insgesamt wurden im Jahr 2008 in ganz Österreich 39.174 Unfälle mit Personenschaden registriert.
  • 6.783 schwer verletzt. Laut Statistik Austria gab es bei den Unfällen 6.783 Schwerverletzte.
  • 38.486 Leichtverletzte. 38.486 Personen wurden bei den Unfällen leicht verletzt.
  • Bundesländer. Die meisten Verkehrsunfälle gab es 2008 in Oberösterreich (8.326), die meisten Toten in Niederösterreich (174), die meisten Verletzten in Oberösterreich (11.003).
  • Bundesländer. Seit 1999 geht die Zahl der Toten im Verkehr kontinuierlich zurück: 2006 gab es noch in ganz Österreich 730 Tote, im Jahr 2007 starben 691 Menschen auf den Straßen.
  • Mopedlenker gefährdet. Besonders gefährdet sind seit jeher die Mopedlenker: Jedes 10. Opfer eines Unfalls ist ein Mopedfahrer.

70 Euro Mindeststrafe
Im Visier der Behörden stehen ab 1. September besonders die Schnellfahrer: Ab einer Tempoüberschreitung von 30  km/h drohen erstmals in ganz Österreich einheitlich 70 Euro Strafe – maximal bis zu 726 Euro. Wer noch mehr rast, muss tiefer in die Tasche greifen: Tempoüberschreitungen ab 40 km/h im Ortsgebiet und ab 50 km/h im Freilandgebiet kosten dann 150 Euro Strafe. Und: Polizisten dürfen schon bei Überschreitungen von 30 km/h Organmandate von 70 Euro ausstellen.

Mit einem Klick zum Strafenkatalog:


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Jagd auf Alko-Lenker
Komplett umgekrempelt wird auch das Strafregister für Alko-Lenker: Neu sind nicht nur die höheren und überschaubareren Strafen in allen Promille-Bereichen (siehe große Grafik), sondern auch die Einführung von Verkehrs-Coaching ab einer Alkoholisierung von 0,8 Promille. So sind etwa beim Erstdelikt (0,8 bis 1,2 Promille) neben der Strafe von 800 Euro vier Stunden Coaching nötig. Wiederholungstäter trifft es hart: Der Mindestentzug des Führerscheins geht bei einer Alkoholisierung von 0,8 Promille von einem halben bis zu einem Jahr (nach Grad des Erstdelikts).

Moped-Ausbildung neu
Angesichts der hohen Moped-Unfallzahlen wird die Ausbildung völlig neu: Für den Mopedführerschein müssen 14 Stunden Theorie und Praxis nachgewiesen werden. Bures: "Jeder 10. Verletzte auf den Straßen ist ein Mopedlenker, das ist viel zu viel.“ Auch jenen Lenkern, die ihre Kinder nicht vorschriftsmäßig angurten, drohen künftig teure Kurse.

Reaktionen sind positiv
Die Autofahrerklubs wie ARBÖ und ÖAMTC, die seit Jahren auf eine Erhöhung der Strafen pochen, reagieren positiv: „Dieser Schritt ist dringend nötig, Österreich hat ein Problem mit Alko-Lenkern und unangepasster Geschwindigkeit“, sagt Lydia Ninz vom ARBÖ . Klaus Robatsch vom Kuratorium für Verkehrssicherheit sieht die Einführung des Verkehrs-Coachings als wichtigen Schritt. „Ich appelliere aber an das Ministerium, weitere Reformen anzugehen. Gerade bei jungen Mopedlenkern besteht Handlungsbedarf.“

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