Bis zu sieben Standorte für Schulreform denkbar

"Neue Mittelschule"

Bis zu sieben Standorte für Schulreform denkbar

Der Modellversuch zur "Neuen Mittelschule" in Wien wird nicht in einer bestimmten Region durchgeführt und schon gar nicht flächendeckend sein. Dabei sein müssten mindestens eine AHS und eine Hauptschule, so der Wiener ÖVP-Chef und Wissenschaftsminister Johannes Hahn am Freitag. Das Ganze werde es auch nicht öfters als zwei- oder dreimal geben, die zuletzt genannte Zahl von bis zu sieben Standorten halte er für realistisch, so Hahn. Ebenfalls genannte Zahlen von 20 Schulen wären dagegen zu hoch gegriffen.

Vereinbart worden sei zunächst einmal ein Rahmen, nun würden die teilnehmenden Schulen gesucht, so Hahn. An diesen müssten zwei Drittel der Schulpartner zustimmen. Wichtig sei es gewesen, per Schulversuch eine Möglichkeit zu schaffen, ohne direkte Zuordnung in AHS und Hauptschule in eine Sekundarstufe eins zu gehen, in der es eine innere Differenzierung sowie eine maximale Individualisierung des Unterrichts gibt. Eine solche innere Differenzierung wäre bisher in den AHS nicht möglich gewesen.

Keine flächendeckender Versuch
Für die ÖVP ebenfalls wichtig sei gewesen, dass der Versuch nicht flächendeckend durchgeführt wird, dass es externe Lernstandsfeststellungen wie etwa bei den Bildungsstandards gibt und dass eine wissenschaftliche Evaluierung durchgeführt wird, so Hahn. Bei der Dauer der Versuche sind für ihn mindestens vier Jahre notwendig, sinnvoll wären aber acht Jahre, um auch die weiteren Bildungsverläufe zu analysieren.

Die Kritik von ÖVP-Wien-Bildungssprecherin Katharina Cortolezis-Schlager an der Einigung erklärte Hahn mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Entscheidend für den Abschluss sei die innere Differenzierung in den AHS gewesen, Cortolezis-Schlager sei dagegen vor allem die "vertikale Verlinkung in den Oberstufenbereich" wichtig gewesen, also welche Leistungen in welche weiterführende Schulen führen. Auch dieses Thema sollte noch besprochen werden, so Hahn - "aber irgendwann muss man hupfen und eine Entscheidung treffen". Wenn die Versuche 2009 starten sollten, müsse man jetzt mit den Vorbereitungen beginnen.

"Reformmotor für Chancengerechtigkeit"
Erfreut zeigte sich Unterrichtsministerin Claudia Schmied (S) über die Einigung. "Mit dem Start der 'Neuen Mittelschule' bereits 2009 ist Wien auch in Zukunft ein wichtiger Reformmotor für mehr Chancengerechtigkeit und bessere Qualität an den Schulen für unsere Kinder", erklärte die Ministerin in einer Aussendung. Für sie ist die "Neue Mittelschule" bereits jetzt ein Erfolgsmodell, das große Interesse der Eltern zeige, dass die Menschen die neue Schule wollen.

"Inhaltsleere wird als Konzept verkauft", kommentierte dagegen die Schulsprecherin der Wiener Grünen, Susanne Jerusalem. Denn welches Konzept der Schulversuch haben solle, wisse offensichtlich niemand. Dass mit den angeblich teilnehmenden AHS Anton Krieger Gasse und Theodor Kramerstraße zwei bereits seit Jahren bestehende kooperative Mittelschulen teilnehmen sollen, sei der Versuch, "der Öffentlichkeit alte Hüte als neue zu verkaufen", so Jerusalem.

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