29. Juli 2010 22:10
© Lisi Niesner/TZ ÖSTERREICH
VP-Außenminister Spindeleggers forderte, Österreich brauche bis 2030 100.000
Zuwanderer. Salzburgs Landeshauptfrau Burgstaller und Wiens Stadträtin
Frauenberger wollen die Rot-Weiß-Rot-Card. VP-Wissenschaftsministerin Karl
fordert, dass Ausländer, die in Österreich ein Studium abschließen, eine
Arbeitsbewilligung bekommen. Auch Fekter sagt jetzt ja zur Zuwanderer-Card.
ÖSTERREICH: Was sagen Sie zur Rot-Weiß-Rot-Card?
Maria Fekter: Sie ist im Regierungsprogramm fixiert. Wir haben den
Sozialpartnern die Möglichkeit gegeben, Kriterien zu vereinbaren. Allerdings
sind die säumig, sie hatten ja schon eineinhalb Jahre Zeit. Ich halte das
kriteriengesteuerte Modell für gescheit. Denn beim derzeitigen Quotensystem
behandeln wir den unqualifizierten Analphabeten gleich wie den
Diplomingenieur, den wir dringend brauchen. Wir nehmen beim Familienzuzug
alle, die kommen. Auch hier sollen es jene, die Deutsch können und
qualifiziert sind, künftig leichter haben. Wir sollten für Unqualifizierte
strenger sein, dann können wir das System für Hochqualifizierte attraktiver
gestalten.
ÖSTERREICH: Die Rot-Weiß-Rot-Card war ursprünglich für Herbst
angekündigt. Wann kommt sie wirklich?
Fekter: Wenn sich die Sozialpartner noch sehr lange Zeit lassen, wird
die Regierung aktiv werden.
ÖSTERREICH: Und wie lange haben die Sozialpartner noch Zeit?
Fekter: Sozialminister Hundstorfer hat gesagt, im Herbst wird ein
Konzept vorliegen. Aber die SPÖ ist sich ja selbst nicht einig, wie man an
den Äußerungen von AK-Präsident Tumpel sieht. Aber wir brauchen die
Arbeitskräfte.
ÖSTERREICH: Verstehen Sie Angst vor Lohndumping?
Fekter: Deshalb muss das System ausgewogen sein.
ÖSTERREICH: Welche Veränderungen erwarten Sie durch die Öffnung
des Arbeitsmarktes für die neuen EU-Staaten ab Mai 2011?
Fekter: Keine dramatischen. Die Qualifizierten hatten jetzt schon die
Möglichkeit, hier zu arbeiten. Wir haben ja bereits 460.000 Ausländer hier
beschäftigt. Die sind schon da – und Unqualifizierte finden auch hier schwer
Arbeit. Katharina Nagele