Bucher bittet ÖVP um Kandidat

Präsidentschaftswahl

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Bucher bittet ÖVP um Kandidat

Ein Umdenken der ÖVP in der Frage eines bürgerlichen Kandidaten für die Bundespräsidentschaftswahl hat am Montag BZÖ-Obmann Josef Bucher gefordert. Angesichts der Unwählbarkeit von FPÖ-Landesrätin Barbara Rosenkranz sollte doch ein bürgerlicher Kandidat ins Rennen gehen, forderte Bucher am Montag in Klagenfurt. Die eidesstattliche Erklärung, mit der sich Rosenkranz vom Nationalsozialismus distanziert hat, bezeichnete Bucher als "wertlos".

FPÖ will "Zweiten Weltkrieg gewinnen"
Der "genetische Code der NS-Verherrlichung" sitze bei Rosenkranz sehr tief, das ändere sich auch durch eine unter Druck zustandegekommene Erklärung nicht, betonte Bucher. Es sei für ihn völlig unverständlich, warum die FPÖ erneut versuche, mit solchen Themen Aufmerksamkeit zu erregen. Bucher: "Ich verstehe nicht, warum sich die FPÖ immer noch anstrengt, den Zweiten Weltkrieg zu gewinnen."

Fischer braucht "Gegenkandidat"
Da Heinz Fischer ein "linker" Kandidat und Rosenkranz unwählbar sei, müsse es doch noch möglich gemacht werden, einen Bürgerlichen ins Rennen um die Hofburg zu schicken. Bucher schlug vor, eine überparteiliche Plattform zu bilden, die einen der ÖVP zuzurechnenden Kandidaten aufstellen solle. Die Zeit sei zwar schon knapp, aber "6.000 Unterschriften sind bis Ende März leicht zu schaffen". Viele in der ÖVP seien darüber unzufrieden, dass die Partei auf ein Antreten verzichtet habe, durch den Wirbel rund um Rosenkranz habe sich diese Unzufriedenheit noch verstärkt. "Es muss ja kein ÖVP-Spitzenpolitiker sein", meinte Bucher.

Der BZÖ-Chef ging auch auf die Unterstützung der FPK für die blaue Kandidatin ein. Er bezeichnete es als beschämend, dass Kärnten "völlig in die Vergangenheit zurückfällt". Besonders stört ihn die Tatsache, dass "die Brüder Scheuch und Landeshauptmann Gerhard Dörfler die inhaltliche Positionierung von Frau Rosenkranz voll und ganz unterstützen".

Die FPK-Spitze wirbt bei den Kärntner Parteimitgliedern um Unterstützungserklärungen für Rosenkranz. In einem am vergangenen Freitag verschickten E-Mail heißt es wörtlich: "Mit Barbara Rosenkranz (...) hat man jedenfalls die ideale Kandidatin für dieses Amt gefunden. Sie ist nicht nur ein starkes Signal an bürgerliche Wähler, sonder ist auch dafür bekannt, dass sie in Fragen der Familien- und Sozialpolitik die freiheitlichen Werte hoch hält und eine beinharte Linie in Sachen Zuwanderung vertritt." Nicht alle Parteifunktionäre sind mit dieser Ausrichtung einverstanden, Kritik wird derzeit aber nur unter der Hand geübt.

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