Buchinger verbeisst sich in höheres Pflegegeld

Trotz Nein der ÖVP

© Lisi Niesner

Buchinger verbeisst sich in höheres Pflegegeld

Die Regierung verhandelt trotz ihres vorzeitigen Endes bis zur nächsten Nationalratssitzung weiter in Sachen Pflege. Sozialminister Erwin Buchinger (S) will ja das Pflegegeld um fünf Prozent erhöhen, die ÖVP verlangt im Gegenzug die Abschaffung der Vermögensgrenze. Buchinger hat beim Ministerrat am Donnerstag seine angekündigte Ministerratsvorlage aus formalen Gründen zurückgezogen, er zeigte sich aber optimistisch, dass die Pflegegelderhöhung im Parlament beschlossen werde.

Keine positiven Signale
Von der ÖVP habe es aber bisher keine positiven Signale gegeben, so Buchinger nach dem Ministerrat. Molterer habe ein Problem mit der Finanzierung, was Buchinger selbst jedoch anders sieht. Für die Finanzierung der Erhöhung seien keine frischen Mittel notwendig, das sei auch mit Umschichtungen im Budget machbar, so Buchinger. Er hoffe jedenfalls, dass die ÖVP zu einer sozialen Gesinnung finde. Ob er sich auch mit weniger als fünf Prozent zufriedengeben würde, ließ Buchinger offen. Er wolle nicht um Prozente feilschen. "Die ÖVP soll sich einen Ruck geben", sagte Buchinger wohl in Anspielung auf Molterers Aussage, mit der Koalitionsaufkündigung sei "ein Ruck durchs Land gegangen".

"Kein Wahlkampf"
Molterer meinte unterdessen nach dem Ministerrat, zwischen den Ministerien gebe es noch Verhandlungen. Offene Punkte seien die Vermögensgrenze und die Illegalität. Auf die Frage, ob jetzt auch im Ministerrat der Wahlkampf ausgebrochen sei, meinte Buchinger: "Das ist nicht Wahlkampf, das ist wichtig."

Sitzung unmittelbar vor Wahl
Unmittelbar vor der Wahl könnte es in diesem Punkt noch einmal heiß hergehen. Vier Tage vor der Nationalratswahl wird noch eine reguläre Nationalratssitzung stattfinden. Die für den 24. September angesetzte Sitzung wird nicht absagt. Erwartet wird eine heftige Wahlkampf-Debatte, und die SPÖ will über die Pflegegeld-Erhöhung abstimmen lassen.

ÖVP stellt Bedingungen
Die ursprünglich für Jänner 2009 geplante Anhebung wird von der ÖVP abgelehnt, außer der Regress bei der stationären Pflege und die Vermögensgrenze bei der 24-Stunden-Pflege werden gleichzeitig abgeschafft. Allerdings sind diese Materien Ländersache, der Bund hat keine direkte Handhabe.

Außerdem beruft sich die Volkspartei auf den Regierungsfahrplan, wonach die Evaluierung des Pflegegeldes erst im Dezember 2008 stattfinden hätte sollen.

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