Burka-Verbot: Kurz ist skeptisch

Mehr Deutschkurse geplant

Burka-Verbot: Kurz ist skeptisch

Kurz ist Geheimwaffe im Kampf um Jungwähler. Heute wird der Staatssekretär zum Europatag in der Wiener Disco Platzhirsch auftreten. In ÖSTERREICH tritt Kurz überraschend klar gegen ein Burka-Verbot ein. Im Wien-Wahlkampf hatte dies die VP noch gefordert.

ÖSTERREICH: Treten Sie für Kopftuch- oder ein Burkaverbot ein?
Sebastian Kurz: Ich will mich noch nicht festlegen. Es ist aber falsch, die Integrationsdebatte auf eine reine Islamdebatte zuzuspitzen. Integration ist mehr. Wer ein funktionierendes Zusammenleben will, stellt keine polarisierenden Verbotsdrohungen auf.

ÖSTERREICH: Im Wien-Wahl-kampf wurde von der ÖVP ein Burkaverbot gefordert ...
Kurz: Die Burka ist zu Recht umstritten. Und sie kann auch die Integration erschweren. Es gibt aber nur ganz wenige Frauen in Österreich, die Burka tragen. Insofern ist das derzeit einfach kein großes Thema. Ich sage aber auch: Unsere Wertvorstellungen und Gesetze gelten für alle Menschen in Österreich. Insofern hat die Unterdrückung der Frau definitiv keinen Platz in unserer Gesellschaft.

ÖSTERREICH: Und wie sieht das mit Minaretten aus?
Kurz: Hier gibt es den Vorschlag eines Verbots – und auf der anderen Seite die Vorstellung, es soll in jeder Landeshauptstadt ein Minarett geben. Beide Richtungen sind sehr polarisierend und auch für viele Leute provozierend. So kann man die Debatte nicht führen. Mir ist derzeit keine Gemeinde vor Ort bekannt, wo gerade über dieses Thema auch wirklich diskutiert wird.

ÖSTERREICH: Zuwanderer sollen Deutsch können. Wollen Sie den geltenden Integrationsvertrag verschärfen?
Kurz: Wir sehen uns das gerade an, insofern kann ich noch keine Antwort geben.

ÖSTERREICH: Haben Sie überhaupt Geld, um Deutschkurse verstärkt zu fördern?

Kurz: Ja, wir werden das Erlernen der deutschen Sprache definitiv verstärkt fördern und wir werden es auch einfordern. Ich glaube, dass Deutsch wirklich das Grundfundament ist, damit Integration stattfinden kann.

ÖSTERREICH: Müssen die Österreicher auch etwas zur Integration beitragen?

Kurz: Ich finde es wichtig, dass beide Seiten positiv an die Sache herangehen. Es ist doch auch für die Wirtschaft gut, in Österreich gut ausgebildete Menschen zu haben, die mehrsprachig sind und die auch andere Kulturkreise und Länder gut kennen.

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