Claudia Reiterer: Die neue Aufreger-Frau des ORF

Talkshow-Start im Visier

Claudia Reiterer: Die neue Aufreger-Frau des ORF

Claudia Reiterer löst TV-Legende Ingrid Thurnher ab, die als Chefredakteurin zu ORF III wechselte. Allein die Bestellung Reiterers, 48, sorgte bei der FPÖ für blankes Entsetzen: Reiterer ist die Ehefrau von Lothar Lockl, Ex-Wahlkampfmanager von Präsident Alexander Van der Bellen und künftig zweiter Mann in der Hofburg. Es sei politisch unvereinbar, dass sie den wichtigsten Polit-Talk im ORF leitet, schäumte FPÖ-Generalsekretär Kickl: „Das ist in keinem anderen demokratischen Land der Erde vorstellbar.“

Auch Ex-FPÖ-Kandidat Hofer attackiert Reiterer

Wut

Kickl unterstellte ORF-General Wrabetz, der Reiterer trotz ORF-interner Kritik durchboxte, einen politischen Kuhhandel: „Das war eine Abgeltung der grünen Zustimmung zur Verlängerung der Rotfunk-Ära Wrabetz im ORF“. Samstag nahm auch Ex-Präsidentschaftskandidat Norbert Hofer Reiterer ins Visier: „Lieber Herbert Kickl, wann moderiert deine Frau endlich ‚Im Zentrum‘“, rief er beim FPÖ-Neujahrstreffen Richtung Kickl.

An Reiterer prahlt das ab: „Ich bin unabhängig“ . Die Kritik, dass sie mit Lothar Lockl liiert ist, wischt sie weg. Sie könne Berufliches vom Privaten trennen. Fehler darf sie sich trotzdem keinen erlauben. Jeder Ausrutscher wird einen Shitstorm auslösen. Ein kleiner Fehltritt hat auch den Abgang von Thurnher beschleunigt. Sie hatte mit einem Report über Hofers Besuch am Tempelberg in Israel im Wahlkampf einen Proteststurm ausgelöst.

Politik

Für ihre erste Sendung hat Reiterer VP-Vizekanzler Mitterlehner, Kärntens SPÖ-Landeshauptmann Kaiser und FPÖ-Chef HC Strache eingeladen. Pikant: Über Strache hat die neue ORF-Frontfrau ein kritisches Buch geschrieben.

Reiterer: "Mit Im Zentrum schließt sich der Kreis"

Madonna sprach mit Reiterer über ihr Comeback – das ganze Interview am 21. Jänner.

ÖSTERREICH:
Woher diese Faszination für Politik?

Claudia Reiterer:
Weil Politik das Leben ist, ich habe schon als Kind viel diskutiert. Meine Eltern habe ich nie kennen gelernt. Habe somit auch nie verstanden, was es heißen soll, ob ein Kind je nach Herkunft keine Chance hat oder keine höher bildende Schule besuchen kann – gegen solche Aussagen habe ich immer andiskutiert. Insofern schließt sich mit Im Zentrum für mich der Kreis.

ÖSTERREICH:
Ihr Mann war Wahlkampfleiter von Alexander Van der Bellen. Ist Politik für Sie zu Hause das Thema?

Reiterer: Nein. Ich krieg immer nur die Frage. „Hast du mein weißes Hemd gesehen?“ Mit Mann, Kind, Hund und Haus ist genug zu tun, da kommt man nicht zu allzu viel Politischem.

ÖSTERREICH: „Lügenpresse“ war das Unwort des Jahres. Wie wollen Sie den Glauben in den Journalismus stärken?

Reiterer: Journalismus ist für mich der Versuch, der Wahrheit so nahe wie möglich zu kommen. Es geht darum die Wirklichkeit zu beschreiben. Die Journalisten reden sich  selbst schlecht – reden wir unseren Job doch mal gut, er ist schwierig genug.

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