10. 03. 2010, 13:42

SS-Opfer gesucht

Darabos lässt Kriegsleichen ausgraben

SPÖ-Verteidigungsminister Norbert Darabos
© APA

Zur Aufklärung von Kriegsverbrechen am Gelände der ehemaligen Wetzelskaserne beginnen Grabungen.

Auf dem Gelände der heutigen Belgier-Kaserne in Graz (früher SS-Kaserne Wetzelsdorf) werden sterbliche Überreste von bis zu 77 durch die SS ermordeten Personen vermutet. Darunter sollen sich zwei Alliierten-Soldaten und zwei Widerstandskämpferinnen befinden. Das ist das Ergebnis einer von SPÖ-Verteidigungsminister Norbert Darabos in Auftrag gegebenen Untersuchung. In der Kasernen soll es nun Ausgrabungen geben.

"Systematisch liquidiert"
Die vermuteten Opfer wurden in der Endphase des Krieges im April 1945 hingerichtet. Dabei habe es sich allerdings nicht um Verbrechen in Folge des Chaos am Kriegsende, sondern um ein "systematisches Kriegsverbrechen mit aller Konsequenz" gehandelt, betonte der Historiker Dieter Binder, Vorsitzender der militärhistorischen Denkmalkommission.

Todesliste erstellt
Die Gauleitung selbst habe die Ermordungen befohlen. Es sei eine "Todesliste" mit Personen erstellt wurden, die zu entfernen gewesen seien. Diese seien nach ihrer Hinrichtung in Bombenkratern verscharrt worden. Ende April, in den letzten Kriegstagen, hätten die Täter versucht, das Verbrechen zu vertuschen. Die Leichen wurden exhumiert und am Feliferhof vergraben. Das Massengrab wurde später ausgehoben und die Überreste von 142 Opfern gefunden.

Zu spät zum Verstecken
Laut den neuesten Forschungen vermuten die Historiker allerdings, dass die in der Kasernen hingerichteten Personen nicht zur Gänze am Feliferhof vergraben wurden und sich noch mehrere Leichen auf dem Kasernen-Gelände befinden. Zu den Opfern gehören u.a. Widerstandskämpfer, Kriegsgefangene und ungarische Juden. Letztere sind die große Unbekannte, da es keine genauen Daten über ihre Zahl gibt. Man weiß nur von einem Transport von 70 bis 150 Personen. Sollten ihre Überreste gefunden werde, werde daher eine Identifizierung kaum möglich sein. Sieben der gesuchten Opfer sind hingegen namentlich bekannt. Darunter sind zwei Alliierten-Soldaten, ein amerikanischer und ein britischer, sowie zwei weibliche Widerstandskämpferinnen.

Die Zahlen im Detail: Die Opferzahl liegt zwischen 149 und 219 Personen, darunter vier Frauen. Am Feliferhof wurden 142 Personen, darunter zwei Frauen, gefunden. Da sieben Vermisste namentlich bekannt sind, spricht die Wissenschaft von "7 + X" Opfern. Angesichts der zwei noch vermissten zwei Alliierten-Soldaten hat das Projekt auch eine internationale Dimension.

2 Täter könnten noch leben
Auf dem mittlerweile gesperrten Gelände sollen nun Ausgrabungen stattfinden. Dafür zuständig ist das Innenministerium. Daneben sollen auch die Täter gesucht werden. Zwei davon könnten theoretisch noch leben, sie wären allerdings über 90 Jahre alt. Ihre letzten Spuren führen nach Deutschland, schilderte Darabos. 1948 habe es sogar einen Prozess wegen Verbrechen an US-Fliegern vor einem US-Militärgericht gegeben. Die neun tatverdächtigen SS-Männer seien aber freigekommen, weil die betroffenen US-Soldaten, die in der SS-Kaserne Wetzelsdorf gefangen waren, alle überlebt hatten.

Darabos betonte, dass er sich weiter für die Aufarbeitung von NS-Verbrechen einsetzen werde. Er wolle, gerade auch angesichts der Debatte um FPÖ-Präsidentschaftskandidatin Barbara Rosenkranz, weiterhin eine Vorreiter-Rolle einnehmen.

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rastenburg meint am 12.03.2010 18:12

An hierbinich:

Es gab auf “allen Seiten solche und solche”.
Der Unterschied besteht nur darin, das EIN Volk kollektiv erniedrigt und für schuldig erklärt wird (selbst von der eigenen, unterwürfigen “Regierung”), während Vergehen und Verbrechen der anderen Seite nicht erwähnt oder aber heruntergelogen werden.
WIR sollen uns schuldig fühlen, wir “wurden befreit”.
Aber das Erwähnen z.Bsp. englischer oder amerikanischer Kriegsschuld wird schon dem Verbotsgesetz gerecht.
SO sieht in Deutschland u. Österreich der Umgang mit der eigenen Geschichte aus.

rastenburg meint am 12.03.2010 18:21

Wenn aber eine “bestimmte Opfergruppe” ihr Leid ständig, sogar in den Schulbüchern, manifestiert hat, das Gedenken an die Opfer des eigenen Volkes aber als “neonazistische Betätigung” gebranntmarkt wird, dann ist doch was faul!
Mir sind keine militärischen Gerichtsurteile der Alliierten bekanntgeworden, bei denen marodierende, raubende, mordende, vergewaltigende Soldaten abgeurteilt wurden.
Hingegen gibt es genügend Urteile der DEUTSCHEN Militärgerichte gegen deutsche Soldaten, die sich derartiger Verbrechen schuldig machten.
DARIN liegt der Unterschied - denk an Ilja Ehrenburg.

Stadtfuehrer meint am 12.03.2010 09:41

da krowot woa in da schul a schenglata dillo

hierbinich meint am 11.03.2010 20:30

Zu den Kommentaren von:
wandern, bioshock666, rrunner, romario, gismochi und othilie44

speziell jedoch von: rastenburg, Andy323 und Akademiker fällt mir nur noch ein:

Sie stehen mit dem Rücken an der Wand, demontieren sich und Ihre Konsorten selbst; Ihre einzige Argumentation: Die anderen sind auch schuldig - oder mindestens genauso schlimm.

Sie vergessen: Die Sowjets nahmen Rache für einen Überfall mit 6Mio. (13,6Mio gesamt) eigenen zivilen Toten gegenüber 5,8 Mio teutschen Opfern gesamt.

55,1 Mio. Opfer wg. Nazi-Herrenmenschen gehören benannt, wenn Neonazis, Holocaustleugner oder Verbotsgesetz-in-Frage-Steller für das höchste Staatsamt zur Verfügung stehen/werben.

harleyfahrer meint am 11.03.2010 12:39

Also wenn ich da so die Postings lese, habt ihr in der FPÖ/BZÖ Zentrale keine andere Arbeit????
Anders ist es nicht zu erklären welche IDIOTISCHEN Meinungen da widergegeben werden.

wandern meint am 12.03.2010 09:36

Hier Bin Ich:das stimmt ja was sie sagen,aber ich und nicht nur ich fragen ich kann doch nicht immer darauf zurück kommen was vor 70 Jahren passiert ist und was die Russen betrifft die vielen Opfer der roten Armee ist darauf zurück zu führen weil sie von ihren eigenen Komandanten sinnlos in den Tod getrieben wurden ohne Rücksicht auf Verluste

hierbinich meint am 12.03.2010 10:07

@ wandern

Das mit dem sinnlosen in den Tod treiben, bleibt unwidersprochen. Dies war jedoch bei der deutschen Armee ident, siehe Stalingrad, Königsberg oder Ardennenoffensive.

Einhellig einig sind sich die, die es erlebt haben oder Historiker, dass die sowjetischen Verbrechen wirklich als Rache zu werten sind. Letztendlich sind die russ. Soldaten rund 1.600 km durch verbranntes Land von einem gefundenem Massaker zum nächsten marschiert, bevor sie in Berlin waren. Der Hass war m.E. eine natürliche menschliche Reaktion.

Und egal ob 70 J. oder nicht, versuchen Sie sich vorzustellen es wäre Ihr Vater, Opa oder Bruder die auf dem Sportplatz verscharrt sind. Würden Sie nicht auch Antworten haben wollen?

rastenburg meint am 12.03.2010 13:20

Ich durfte meinen Großvater noch kennenlernen, Kriegsfreiwilliger im I.WK, mehrfach verwundet und als Offizier diesen Wahnsinn überlebt. An der Somme hat er mit seinen “102″-ern die Trommelfeuer und das Sinnlose “verheizen” von Menschen erlebt.
Und überlebt!
Die Erzählungen von ihm sind immer noch in mir. Da war NICHTS von “…endlich Krieg, endlich gehts los…” oder dergleichen Irrsinn!
Oder “…konnten den Krieg kaum erwarten..”.
Entweder hast Du nie mit einem Veteran gesprochen, der selbiges durchmachte, vielleicht gibt es in Deiner Familie keine Hinterbliebene, vielleicht hat auch Deine Familie nie das Leid der Vertreibung und des Todes von Angehörigen verarbeiten müssen!

rastenburg meint am 12.03.2010 13:24

“DEN KRIEG”… hatte keiner erwartet, oder “erwünscht”!
Aber als er uns auferzwungen wurde, hat jeder seine Pflicht erfüllt.
Und einer liegt auf dem Meeresgrund, einer bei Stalingrad, vier sind vermisst.
Eine meiner Tanten war mit 11 Jahren in einem Gut bei Bautzen, als die Russen das Dorf eroberten.
…seit dem hatte sie weisse Haare..
Sie starb 1973, geistig verwirrt. Reicht das?

rastenburg meint am 12.03.2010 13:25

Ob Monarchie oder Reich. Hier geht es letztendlich um Menschen! Um UNSERE Vorfahren!
Und manch linkem Spinner wünsch ich, er sollte mal einer alte Frau, die Dresden überlebte, oder den “Russeneinmarsch”, einfach mal zuhören.

Um zu erleben, wie diese alten, faltigen, arbeitsamen Hände sich vor Erinnerung verkrampfen, wie diesen Alten “das Wasser” in die Augen steigt, wie oft denen dabei das Wort versagt!

Vielleicht käme da ein Umdenken…
Aber was will man nach 60 Jahren Umerziehung erwarten!?
Manche können (oder wollen?) nicht mehr anders denken. Schade.

hierbinich meint am 12.03.2010 14:09

@ rastenburg

Sorry, aber jetzt verstehe ich nicht, was Sie damit ausdrücken wollen.

Erklärung:
Nach Ihren bisherigen Kommentaren habe ich Sie als strammen rechten FPÖ-Anhänger eingeordnet. Dies unter dem Blickwinkel dessen, dass alles was Sie jetzt schrieben von Rechten zu verantworten ist.

Ihre heutigen Beiträge sollen aber wohl eine Argumentation gg. rechte Großmannssucht und Wirsindnationalstark sein. Gerade Ihre Schilderung ist doch eines der Hauptargumente für Internationalität.

hierbinich meint am 12.03.2010 14:09

@ Rastenburg

Erkennen kann ich auch nicht, wenn Sie direkt ansprechen. Meine Familie hat Dresden live erlebt, war im Weltkrieg I und II, hat Kriegsgefangenschaft und schwerste Splitterverletzungen überlebt.

Was ich selbst erlebt und verloren habe (in Westafrika) waren mit Sicherheit die brutalsten Kriegsverbrechen und wurden so mit Sicherheit kaum im WK II an der Front begangen.

wandern meint am 11.03.2010 11:59

das ist wirklich der unötigste Minister den wir je gehabt haben,in Bundesheer zerfällt alles Unterkünfte sind Ruinen teure Flugzeuge fliegen die Hälfte nicht,aber dieser Gockel läßt nach 70 Jahren nach ein paar Knochen graben

rastenburg meint am 11.03.2010 10:47

In Slowenien werden insgesamt 600 Massengräber vermutet, in denen die siegreichen Kommunisten nach dem Zweiten Weltkrieg ihre im Schnellverfahren getöteten Gegner verscharrt haben. Bis zu 300.000 wehrlose Menschen dürften damals bestialisch gefoltert, vergewaltigt und danach brutalst abgeschlachtet worden sein. Unter den Tito-Partisanen befanden sich auch zahlreiche österr. Linksfaschisten die sich später, ungeachtet ihrer verbrecherischen Vergangenheit, in ihrer Machtgier, vieler politischer Ämter bemächtigten. Ihre Untaten sind bis heute ungesühnt! Graben sie doch mal nach den Opfern kommunistischer Schergen, da bräuchten sie nicht lange zu suchen denn die Gebeine der geschundenen Opfer ragen noch aus Morast, Genosse Darabos!

Andy323 meint am 10.03.2010 21:57

Der Krieg ist seit 65 Jahren aus, kann jetzt nicht mal Ruh sein? Hat der sonst nix zu tun?

bioshock666 meint am 10.03.2010 21:51

Was soll das,doch genug Geld für Blödsinn vorhanden?

rrunner meint am 10.03.2010 21:49

für diese völlig sinnlose aktion ist geld da, aber die Kasernen sind Ruinen und dem volk werden neue steuern aufgebrummt?
lieber herr darabos, der uralte schnee von vorgestern interessiert keinen menschen mehr, kümmern sie sich gefälligst um die heutigen probleme und die lebenden menschen!

romario meint am 10.03.2010 20:22

ich glaube es reicht langsam !!,der darabos ist nicht ganz dicht !!!!!.

Akademiker meint am 10.03.2010 20:21

Die Aufklärung von Verbrechen ist immer gut und nur zu begrüßen, nur Darabos & Co sind - wie gewohnt - auf dem linken Auge blind, denn nicht nur ich frage mich, wann endlich die Verbrechen der Roten Armee an der ostösterreichischen Zivilbevölkerung von 1945-1955 aufgearbeitet werden - Historiker sprechen in diesem Zusammenhang von bis zu 30.000 Ermorderten, 10.000 auf nie mehr Wiedersehen Verschleppten und über 50.000 vergewaltigten Frauen (davon hunderte in der Folge zu Tode gekommen)!
Übrigens: Die Aufarbeitung von NS-Verbrechen in einen (direkten) Zusammenhang mit der BP-Kandidatur von Frau Rosenkranz zu bringen ist charakterlich letztklassig - was kann man von unseren Sozis aber anderes erwarten?!

gismochi meint am 10.03.2010 19:23

der sollt si lieber um die lebenden kümmern, das unseren jungmännern besser geht

othilie44 meint am 10.03.2010 16:16

... naja, so groß können die Sparmaßnahmen nicht sein, wenn dafür noch Geld da ist? Es lebe die Vergangenheit und sterbe die Zukunft!

ichglaubsnicht meint am 10.03.2010 14:11

schön, ENDLICH scheint an an ALLEN fronten etwas weiter zu gehen!!! solange man der vergangenheit nicht GERECHT wird, wird sie NIEMALS ruhen!