Darabos stürzt im Wählervertrauen ab

APA/OGM-Vertrauensindex

© TZ ÖSTERREICH/Kernmayer

Darabos stürzt im Wählervertrauen ab

Verteidigungsminister Norbert Darabos ist im Vertrauen der österreichischen Bevölkerung regelrecht abgestürzt. Der in der Wehrpflichtdebatte schwer unter Druck gekommene SPÖ-Minister verlor im aktuellen APA/OGM-Vertrauensindex rekordverdächtige 21 Prozentpunkte und liegt nun gemeinsam mit dem Dritten Nationalratspräsidenten Martin Graf (FPÖ) an letzter Stelle des Rankings. Auch Justizministerin Claudia Bandion-Ortner (V) verliert angesichts der Diskussionen über die Arbeit der Justiz weiter deutlich an Vertrauen.

Für den Vertrauensindex wurden Anfang dieser Woche rund 500 Österreicher ab 16 Jahren telefonisch befragt, ob sie dem jeweiligen Politiker vertrauen oder nicht. Aus den Ja- und Nein-Stimmen wird ein Saldo gebildet. Die Schwankungsbreite der Ergebnisse beträgt 4,5 Prozent.

Darabos: Schlusslicht mit Graf
Darabos und Graf bilden nun mit einem negativen Saldo von jeweils 39 Punkten gemeinsam das Schlusslicht. OGM-Chef Wolfgang Bachmayer sieht den Absturz Darabos' vor allem darin begründet, dass sich in der Debatte um die Wehrpflicht und die Ablöse von Generalstabschef Edmund Entacher nicht nur alle anderen Parteien auf den Verteidigungsminister eingeschossen haben, sondern auch Kritik aus seiner eigenen Partei zu hören war. Graf hat im Gegensatz dazu sechs Punkte aufgeholt und damit den größten Zuwachs aller Politiker im Vergleich zur letzten Umfrage im Dezember erzielt. Bachmayer vermutet, dass dies damit zusammenhängen könnte, dass zuletzt weniger Berichte über rechtsextreme Haltungen im Zusammenhang mit Graf erschienen sind.

Wehrpflichtdebatte dreht sich
Da sich die anfänglich für die SPÖ günstig verlaufene Wehrpflichtdebatte in der Zwischenzeit gedreht hat, verspüren jetzt auch führende ÖVP-Politiker wieder Aufwind. So konnte etwa Außenminister Michael Spindelegger vier und Vizekanzler Josef Pröll drei Punkte zulegen, Spindelegger hält damit bei insgesamt 16 Vertrauenspunkten, der Finanzminister bei sieben. Pröll liegt damit weiter knapp vor Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ), der jetzt vier Vertrauenspunkte (-1) hat.

Bandion-Ortner stürzt ab
Bemerkenswert ist auch der ständig zunehmende Vertrauensverlust Bandion-Ortners, die aktuell um beträchtliche zwölf Punkte zurückfällt. Damit kommt die Justizministerin, die bis ins Jahr 2009 die besten Vertrauenswerte aller Regierungsmitglieder erreichte, erstmals ins Vertrauensminus (-11 Punkte).

Wehrpflichtdebatte schadet auch Fischer
Auffallend ist auch der Vertrauensrückgang für Bundespräsident Heinz Fischer, der zwar weiterhin mit Abstand (47 Punkte) das Ranking anführt, aber erstmals unter die Marke von 50 Vertrauenspunkten gerutscht ist. Bachmayer vermutet, dass dies beim Oberbefehlshaber des Bundesheer auch mit der Sogwirkung der Wehrpflichtdebatte in Zusammenhang steht.

Opposition legt zu
Zulegen können im aktuellen Vertrauensindex alle drei Oppositionsführer - BZÖ-Obmann Josef Bucher vier, die Grüne Bundessprecherin Eva Glawischnig drei und FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache zwei Punkte. Alle drei liegen damit aber immer noch im negativen Vertrauenssaldo: Glawischnig bei minus sechs, Bucher bei minus zehn und Strache bei minus 26 Punkten.

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