Das Comeback der Herz-Dame

ÖSTERREICH

Das Comeback der Herz-Dame

Kabarettisten bezweifelten schon, ob sie überhaupt noch lebt. Kolumnisten mokierten sich über die „Ministerin auf Tauchstation“. Seit dem Outing der Scheidung und ihrer Liebe zum jüngeren Philipp Ita auf Ö 3 im August 2007 war von ­Andrea Kdolsky nichts mehr zu hören und sehen. Keine Interviews, keine Pressekonferenzen, keine Csardastänze und Life-Ball-Catwalks mehr. Tief verletzt vom medialen Watschentanz verkroch sich die einstige „Ministerin der Herzen“, die ÖSTERREICH zur „Ministerin der Schmerzen“ umgetauft hatte, jedes Weekend im Schloss Ardagger ihres Lebensgefährten im Mostviertel – und leckte ihre Wunden.

„Ich habe gelitten wie ein Hund“, vertraute sie Freunden an – und dass sie „Job und Politik hinschmeißen wollte aus Frust“. Ihr neuer Freund klagte alle Medien, die über die neue Liebe berichteten (und gewann mittlerweile weit über 100.000 Euro), sie selbst klagte sogar die Ärztekammer, als die sie kürzlich auf einem Plakat als „Partylöwin“ bezeichnete.

Nicht am Opernball
Sie ging nicht einmal mehr auf den Opernball, rund um den nächsten Life Ball hat ihr Büro zahlreiche Bundesländertermine gelegt, damit ja keine Diskussion über ­einen eventuellen Besuch aufkommen kann – und ­Society-Ikone Dominic Heinzl hat sie „seit Monaten nicht mehr gesehen“. Stattdessen arbeitet die medial geprügelte Ministerin (die in einem Jahr im ­Politbarometer von plus 30 Prozent auf minus 30 Prozent abstürzte) zwölf Stunden pro Tag an den derzeit härtesten Brocken der Politik:

• Völlig überraschend schaffte sie mit ihrem „Lieblingsgegner“ Buchinger den Kompromiss beim Rauchergesetz. Im Mai ist das Gesetz fertig, mit 1. Jänner 2009 tritt es in Kraft. Geraucht wird nur noch in Extrazimmern und (wenn räumlich nicht anders möglich in Mini-­Lokalen). Kdolsky ließ ihr Bestemm auf Wahlfreiheit für alle kleinen Restaurants fallen. Buchinger streut ihr Rosen: „Sie ist in Wahrheit unglaublich konstruktiv.“

• Während alle die Kinderbetreuung für gescheitert hielten, zimmerte Kdolsky im Hintergrund einen Kompromiss, der die ÖVP-Länder wieder an den Tisch und vermutlich noch im ­April zur Einigung bringt.

• Und in der seit Jahrzehnten unlösbaren Gesundheitsmisere steuert die Ministerin auf eine Totalreform zu, die erstmals die Kosten ­einfrieren und eine Vermögenszuwachssteuer ersparen könnte.

Von der Partei bewundert
Die eigene Partei, die vor ein paar Wochen noch daran dachte, wie man sie am besten loswerden könnte, bewundert mittlerweile ihr politisches Comeback. Und in der SPÖ gilt die auch von den Roten weidwund geschossene Kdolsky mittlerweile als „wichtiger Motor“ des Neustarts. „Kein Schwarzer“, lobt ein roter Minister, „bemüht sich so um das neue kons­truktive Klima der Regierung wie die Andrea.“

Während ihr politisches Comeback auch der SPÖ Respekt abringt, muss die wieder optimistisch gestimmte Ministerin privat noch durchs Feuer gehen: Ihr neuer Lebensgefährte steht im Mittelpunkt des Skandal-Untersuchungsausschusses zum Innenministerium. Die verliebte Ministerin: „Ich stehe zu Philipp, ich bin privat glücklich wie nie. Ich habe die Entscheidung für das Glück meines Lebens getroffen.“

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