Das ist der ideale PISA-Testteilnehmer

Mädchen vor Bruschen

© APA/HELMUT FOHRINGER

Das ist der ideale PISA-Testteilnehmer

Der ideale österreichische PISA-Testteilnehmer ist eine Schülerin, hat daheim keinen Fernseher, akademisch gebildete Eltern und lebt in einem Haushalt mit zwei Autos und ebenso vielen Handys. Das zeigt ein Blick in die internationale PISA-Datenbank, die die PISA-Ergebnisse mit den in den Zusatzfragebögen erhobenen Informationen kombiniert - aus diesen Hunderten Daten kann dann, etwa überspitzt formuliert, ein fiktiver "Ideal-PISA-Schüler" bzw. dessen Gegenteil konstruiert werden.

Mädchen besser als Burschen
Bekannt ist etwa, dass in Österreich Mädchen bessere PISA-Resultate als Burschen erzielen, Akademikerkinder die besten Leistungen erbringen und Einheimische besser abschneiden als Migranten. Darüber hinaus wurden aber unzählige Details erhoben, die den familiären oder sozioökonomischen Hintergrund bzw. das Schulumfeld beleuchten. In Österreich schnitten beim Lesen etwa Schüler, in deren Haushalt kein Fernseher steht, mit Abstand am besten ab - und: je mehr Fernseher vorhanden sind, desto schlechter wird die PISA-Leistung. In den anderen OECD-Staaten sieht es etwas anders aus: Dort ist offenbar ein Fernseher das Idealmaß.

Handy-Quote
Die ideale Handy-Quote im Haushalt sind in Österreich zwei Stück, bei drei wird die Leistung dann (statistisch nicht signifikant) etwas schlechter, bei nur einem sackt sie ab. International gilt dagegen: Je mehr Handys, desto besser der PISA-Score. Wenig überraschend: Je mehr Bücher daheim stehen, desto besser lesen die Kinder. Bei den Autos ist offenbar zwei die optimale Stückzahl, Kinder aus einem Haushalt mit nur einem Auto lesen schlechter - zu dekadent sollte es aber auch nicht sein: Ab drei Autos fällt die Leseleistung wieder ab. Auch die Arbeitssituation der Eltern wurde erhoben: Die besten Ergebnisse erzielten Haushalte, in denen der Vater Vollzeit und die Mutter Teilzeit arbeitete. Von Vorteil ist es übrigens auch, wenn die Kinder an den Schulen außerlehrplanmäßige Aktivitäten wie einen Schulchor oder eine Schulband vorfinden.

Männlicher Migrant
Der fiktiv schlechteste PISA-Schüler ist ein männlicher Migrant erster Generation, dessen Eltern nur über einen Pflichtschulabschluss verfügen und in dessen Haushalt zahlreiche Fernseher und ein DVD-Player, aber keine Bücher stehen. Sein Vater arbeitet nur Teilzeit, die Mutter ist arbeitslos - Autos sind ebenso wie Computer keine vorhanden, auch kein eigener Raum mit Bad oder Dusche.

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