Demos gegen Gusi

Studentenproteste

© APA/Roland Schlager

Demos gegen Gusi

Aus den wenigen hundert Personen beim Start vor dem Wissenschaftsministerium am Minoritenplatz - die ÖH sprach von 700 - stachen vor allem die zahlreichen Journalisten sowie einige als Chirurgen verkleidete Medizin-Studenten hervor. Die Demonstranten - allen voran die SPÖ-nahen Organisationen - taten ihren Unmut über die SPÖ und speziell über Bundeskanzler Alfred Gusenbauer lautstark kund: Mit "Aufstehen statt Umfallen" und "Wer hat uns verraten - Sozialdemokraten" wurde gegen die Studiengebühr protestiert.

Niere gegen Studiengebühr
Die Jung-Mediziner sorgten anfangs auch für die meiste Stimmung - eine Studentin bot etwa auf einem Transparent auf ihrem Rücken eine Niere zum Verkauf an. Preis: 363,36 Euro - also die Studiengebühren für ein Semester. Lustig, aber schwer nachvollziehbar war dann der "Schlachtruf" der Mediziner: "Für den Kanzler Gusenbauer gibt es keinen Venenstauer."

Grünewald bei Demo
Für die Demo recycelt haben die Grünen das "Hier fliegt Ihre Studiengebühr"-Transparent mit dem Bild eines Eurofighters, das sie am Dienstag im Nationalrat präsentiert hatten - Wissenschaftssprecher Kurt Grünewald (G) mischte sich bei der Kundgebung unter die Demonstranten.

"Aufstehen statt Umfallen"
Zum Teil waren aber auch alte Feindbilder vertreten: Eine Teilnehmerin fragte etwa ihre Begleiter, ob sich "die Gehrer" (Ex-Bildungsministerin Elisabeth Gehrer, Anm.) zeigen werde. Die Antiimperialistische Koordination (AIK) war mit einem "Regierung der Lügner"-Transparent vertreten, andere begnügten sich nicht mit einer Abschaffung der Studiengebühren, sondern verlangten "Revolution". Der Verband Sozialistischer StudentInnen (VSStÖ) meinte in Richtung Mutterpartei SPÖ "Aufstehen statt Umfallen", die SP-nahe Aktion Kritischer SchülerInnen "Eine andere Regierung ist (durchgestrichen, Anm.) war möglich".

Viele Pensionisten
Für eine Studenten-Demo auffällig war der hohe Anteil von Pensionisten am Minoritenplatz. ÖH-Vorsitzende Barbara Blaha freute sich vor Journalisten dementsprechend über die große Solidarität der älteren Generation, von der es auch zahlreiche Unterstützungs-Mails gegeben habe.

"Wir trauern um unsere Partei"
In Graz versammelten sich die Studenten vor dem Hauptgebäude der Universität. Sie protestierten u.a. mit einem Trauerkranz mit der Aufschrift "Wir trauern um unsere Partei 31. 12. 1888 - 11. 1. 2007 Sozialistische Jugend Steiermark" oder Transparenten mit Sprüchen wie "Wer hat uns verraten - Sozialdemokraten" oder "KSV fordert Studiengebührenboykott". Anschließend marschierten sie über die Zinsendorfgasse und Glacisstraße bis zum Hauptplatz, wo kurz nach 15.00 Uhr die Abschlussveranstaltung stattgefunden hat. Der Rektor der Uni Graz, Alfred Gutschelhofer, hatte die Lehrenden in einem Brief ersucht, die Studenten für den Zeitraum der Kundgebung von der Anwesenheitspflicht zu entbinden.

In Innsbruck findet um 19.00 Uhr im Hörsaal 7 der Geisteswissenschaften eine Hörerversammlung statt. Morgen, Donnerstag, sind in Linz Proteste geplant.

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