Der Streit um den Sprit

Nationalrat

© APA

Der Streit um den Sprit

FPÖ-Chef Christian Strache überreichte Wirtschaftsminmister Bartenstein (V) am Beginn der Nationalratssitzung am Donnerstag zwei Ölkanister. Bartenstein (V) verteidigte in der Sitzung die geplanten Erhöhungen von Pendlerpauschale und Kilometer-Geld, nachdem die FPÖ unter dem Titel "Stopp dem Energie- und Treibstoffwucher" eine Stunde eingefordert hatte. Heinz-Christian Strache wollte abermals eine Senkung der Mineralölsteuer erreichen.

FPÖ: Strache will Senkung der Mineralölsteuer
Strache nannte die geplanten Anhebungen lächerlich und eine "Pflanzerei" angesichts der Steuermehreinnahmen. "Das ist ein Tropfen auf den heißen Stein." Anstelle der Entlastung für Autofahrer gebe es hingegen einen Beschluss zur Stiftungseingangssteuer, die den "Superreichen" zugute komme. Strache: "Wenn das so weitergeht, wird der Treibstoff genauso viel kosten, wie teure Rotweine, die der Herr Bundeskanzler so gerne trinkt." Die Freiheitlichen fordern die Regierung auf, über eine staatliche Preisregulierung nachzudenken.

ÖVP: Kilometergeld auch in Zukunft anpassen
Bartenstein gab Strache "zumindest in einem" Recht: "Wir müssen davon ausgehen, dass der Trend nach oben anhält und reagieren. Aber nicht mit Populismus, sondern mit vernünftiger Energiepolitik." Die angekündigte Erhöhung des Kilometergeldes klinge zwar nicht nach allzu viel, die Summe sei in Österreich allerdings "um Hausecken höher als in Deutschland". "Wir werden auch in Zukunft versuchen, entsprechend zu reagieren."

SPÖ: EU-Parlament müsse eingebunden werden
Unterstützung bekam Bartenstein vom Koalitionspartner. SPÖ-Abgeordneter Hannes Jarolim setzt auf eine Analyse des internationalen Ölmarkts. Die Kennzahlen seien völlig abgehoben, "dort muss man hineingehen". Den Wirtschaftsminister forderte Jarolim auf, die Wettbewerbsbehörde aufzurüsten. Außerhalb Österreichs müsse man in dieser Frage die europäische Wettbewerbskommission sowie das EU-Parlament einbinden. Österreich und Europa dürften sich nicht vom Markt erpressen lassen.

Grüne: "Nachfrage senken und nicht stimulieren"
Kritik an der FPÖ-Forderung nach "unsinnigen Steuersenkungen" kam von Grünen-Chef Alexander Van der Bellen. "Das geht nach hinten los, wir müssen die Nachfrage senken und nicht stimulieren", meinte er. Ansonsten würden nur "die Scheichs und die Mineralölkonzerne" profitieren. Positiv stehen die Grünen der Erhöhung der Pendlerpauschale gegenüber. Weitere Maßnahmen gegen die Energiepreise müssten aber der Ausbau des Nah- und Regionalverkehrs sowie Umstiegshilfen auf spritsparende Fahrzeuge sein.

Dass die Österreicher unter den hohen Treibstoffpreisen leiden würden, betonte auch BZÖ-Obmann Peter Westenthaler. Er nutzte die Gelegenheit zum Angriff auf die Koalition - und brachte das Thema Fußball ins Spiel: "Sie glauben, dass diese Fan-Zonen, die da eingerichtet werden, für die Regierung sind. Nein, die sind für die EURO."

Diesen Artikel teilen:

Posten Sie Ihre Meinung

Kommentare ausblenden

Anzeigen

Werbung

Live auf oe24.TV 1 / 9

Top Gelesen 1 / 10

  Diese Website verwendet Cookies. Durch die Verwendung dieser Website stimmen Sie dem damit verbundenen Einsatz von Cookies zu.

Es gibt neue Nachrichten
auf oe24.at
Jetzt Startseite laden
Abbrechen