ÖSTERREICH-Interview

© APA/GUENTER R. ARTINGER

"Der alte Zilk ist noch nicht ganz tot"

ÖSTERREICH: Haben Sie eine Erinnerung an Ihren Zusammenbruch?

HELMUT ZILK: Ja. Meine Frau und ich waren seit 18. Juni in unserem Haus an der Algarve. Und ich hatte schon nach acht Tagen immer wieder so ein seltsames Schwindelgefühl – auch an diesem Donnerstag vor zwei Wochen. Da war ich in meinem Arbeitszimmer und hab mich an einem Sessel angehalten. Dann weiß ich nichts mehr. Als ich wieder zu mir kam, war Feuer am Dach.

ÖSTERREICH: Wie man jetzt weiß, hatten Sie Herzrhythmusstörungen…

ZILK: … und einen extremen Mangel an Kalium. Beides wurde hier im Wilhelminenspital wieder rasch in Ordnung gebracht.

ÖSTERREICH: Es geht Ihnen wieder gut?

ZILK (schmunzelt): Es geht mir viel besser als viele, die vorgeben meine Freunde zu sein, wahrhaben wollen. Der alte Zilk ist noch nicht ganz tot.

ÖSTERREICH: Kampfgeist sogar im Spital?

ZILK: Das ist mein Naturell, das hab’ ich von meinem Vater. Der hat sechs Berufe gehabt und mir gesagt, dass man sich im Leben entscheiden muss, ob man der Hammer sein will oder der Amboss. Ich habe mich für den Hammer entschieden.

ÖSTERREICH: Wie kommen Sie mit Ihrer Dialyse zurecht?

ZILK: Ich habe nur noch Reste meiner Nieren und muss dreimal pro Woche jeweils vier Stunden zur Blutwäsche. Das ist nicht einfach. Und ich darf pro Tag auch nur einen Liter Flüssigkeit zu mir nehmen. Da braucht man besonders im Sommer viel Disziplin. Aber das Leben ist schön. Und das Wichtigste für mich ist meine Frau. Ohne die Dagmar würde es mich nicht mehr geben.

ÖSTERREICH: Wie geht’s jetzt weiter nach dem Spital?

ZILK: Wir fahren wieder an die Algarve. Und im September geht’s dann volles Rohr los mit meiner Arbeit als Journalist und meiner Sendung „Lebenskünstler“ im ORF. Die Arbeit hält mich fit und ich habe den schönsten Beruf der Welt.

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