Deutschkurse für Zuwanderer kommen Deutschkurse für Zuwanderer kommen

Neue Kriterien

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Deutschkurse für Zuwanderer kommen

VP-Innenministerin Maria Fekter präsentiert in ÖSTERREICH neue Kriterien für Zuwanderer. Sie will weiter die Rot-Weiß-Rot-Karte, prescht aber auch mit einem eigenen Katalog an Bedingungen vor:

Vor Einreise
Damit man überhaupt einreisen kann, muss man Deutsch auf Niveau A1 können: Also etwa nach dem Weg fragen, Dinge des täglichen Bedarfs benennen können. Der Nachweis ist „bereits im Ausland zu erbringen“.

Nach zwei Jahren
Bisher musste man erst nach fünf Jahren Niveau A2 erreichen, also einfache Texte lesen können. Künftig soll nach zwei Jahren bei „Nichterfüllung Ausweisung möglich“ sein.

Staatsbürgerschaft
Voraussetzung dafür ist Niveau B2, analog dem Niveau der Englischprüfung bei der Matura in Österreich.

ÖSTERREICH: Sie planen neue Deutschkurse für Zuwanderer. Was bedeutet das?
Maria Fekter: Unabhängig von der Rot-Weiß-Rot-Karte, die wir weiterhin wollen, geht es um neue Kriterien. Menschen, die zu uns kommen wollen, müssen Grundkenntnisse unserer Sprache haben. Das gilt nur für Fremde, die sich in Österreich dauerhaft niederlassen wollen. Also nicht für Schüler, Studenten oder Saisonniers, und auch nicht für hoch qualifizierte Schlüsselkräfte, die eine befristete Arbeitserlaubnis haben.
ÖSTERREICH: Gilt das auch bei Familiennachzug?
Fekter: Ja, hier gibt es keine Ausnahme. Aber es geht in dieser ersten Stufe nur um die einfachste Art der Verständigung. Und es müssen auch keine Prüfungen bei österreichischen Botschaften abgelegt werden.
ÖSTERREICH: Dafür müssen all jene Zuwanderer, die länger in Österreich sind, dann Prüfungen ablegen?
Fekter: Nach zwei Jahren Aufenthalt müssen die Deutschkenntnisse besser sein. Dafür müssen Kurse belegt werden.
ÖSTERREICH: Wie wollen Sie das überprüfen?
Fekter: Indem man Zeugnisse vorlegt. Das machen auch andere Länder. In Dänemark wird das etwa erfolgreich praktiziert. Wenn das bei einer Sprache wie Dänisch möglich ist, ist das wohl mit Deutsch erst recht möglich.
ÖSTERREICH: Aber das sind nur Verschärfungen?
Fekter: Nein, bislang gibt es Aufenthaltstitel nur für ein Jahr. Wenn die Zuwanderer die Deutscherfordernisse erfüllen und damit die Integrationsfähigkeit, dann wird es künftig Aufenthaltstitel für drei Jahre geben. Das mache ich als bewussten Anreiz.
ÖSTERREICH: Was ist noch neu?
Fekter: Nach fünf Jahren müssen die Zuwanderer selbstständig kommunizieren können. Dann erhalten sie auch eine Niederlassungsgenehmigung mit freiem Arbeitszugang.

Interview: Isabelle Daniel

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