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Stronach Pension

© Niesner

 

Die Milliarde habe ich mir verdient

„Auch wenn es noch Einsprüche geben kann, ist eigentlich alles klar“, sagt Magna-Gründer Frank Stronach zu ÖSTERREICH. Es geht um seinen Plan eines Teil-Rückzugs bei dem Autozulieferer, der am Dienstag vom Gericht in Ontario/Kanada gebilligt wurde. Für die Abgabe der Kontrolle bei Magna wird Stronach knapp eine Milliarde Dollar kassieren – zusammengesetzt aus Cash, Magna-Aktien und Honoraren.

Die Einsprüche gibt’s in der Tat: Zwei institutionelle Magna-Aktionäre (Pensionsfonds) legten gestern Berufung gegen das Urteil ein – sie finden die Abfertigung zu hoch. Doch Stronach hat „kein schlechtes Gewissen“. Im ÖSTERREICH-Interview sagt er: „Das Management hat mir ein Angebot vorgeschlagen, und ich habe gesagt, das müssen die Aktionäre absegnen.“ Die haben das getan. Und ja, „die Höhe der Abfindung ist gerechtfertigt“.

Neue Pläne
In die Pension zieht sich der 77-Jährige nicht zurück. Mit voller Energie wirft er sich mit einer neuen Firma (gemeinsam mit Magna) auf das Thema Elektroautos. Diesbezüglich kündigt er auch „starke Pläne“ für Österreich an.

ÖSTERREICH: Herr Stronach, wie geht es Ihnen?
Frank Stronach: Sehr gut. Ich bin gesund und hervorragend in Schuss.
ÖSTERREICH: Hat das mit Ihrem Magna-Teilrückzug zu tun, mit dem Sie für Schlagzeilen sorgen? Wie froh sind Sie, dass das Gericht zugestimmt hat?
Stronach: Ich bin nach wie vor größter Magna-Einzelaktionär, und ich habe die Mehrheit am Elektroauto, was mir sehr wichtig ist. Das liegt mir sehr am Herzen, da habe ich noch sehr viel vor. Das Benzin, das wir tagtäglich verbrauchen, von Rio de Janeiro über Moskau und Tokio bis Los Angeles, das wird früher zu Ende sein, als es uns allen lieb ist. Das ist die eine Sache, dass Ressourcen aufgebraucht werden. Die andere Sache ist die große Umweltverschmutzung. Man muss auch in der Autoindustrie viel ökonomischer denken.
ÖSTERREICH: Österreich macht sich Sorgen, dass der Magna-Standort mit Ihrem Rückzug abgewertet wird.
Stronach: Nein, nein, nein...Solange ich da bin, wird das nicht der Fall sein. Ich habe sehr starke Pläne für Österreich, besonders im Zusammenhang mit dem Elektroauto – ich werde dabei nicht auf Österreich vergessen. Das Elektroauto wird enormes Wachstum haben, das ist Hightech, davon wird auch Österreich profitieren. Ich habe das Elektroauto zwar von Magna ausgegliedert, doch Magna ist ein sehr großer Investor. Durch meine Mehrheitsstimme habe ich die totale Kontrolle.
ÖSTERREICH: Wie schwer fällt Ihnen eigentlich der Rückzug?
Stronach: Ich bin noch immer Chairman und Einzelaktionär. Aber ich kann Magna doch nicht bis ins Grab managen.
ÖSTERREICH: Was passiert mit Siegfried Wolf? Geht er wirklich zu Oleg Deripaska nach Russland?
Stronach: Das müssen Sie Siegfried Wolf fragen.
ÖSTERREICH: Ich würde es gerne von Ihnen erfahren.
Stronach: Ich habe ein sehr enges Verhältnis zu ihm, aber er ist alt genug, um das selbst zu entscheiden. Ich habe auch ein sehr gutes Verhältnis zu Deripaska. Russland ist ein großer, interessanter Markt, wo wir auch sehr viel vorhaben. Aber es muss alles einen ökonomischen Sinn machen.
ÖSTERREICH: Sie lassen sich Ihren Rückzug vergolden. Das Geschäft Ihres Lebens. Dafür mussten Sie viel Kritik einstecken. Ist die Summe Ihrer Meinung nach gerechtfertigt?
Stronach: Es ist ein Geschäft. Die Aktionäre haben mich gefragt, ob ich für ein Angebot offen bin, und ich habe Ja gesagt. Das Management hat mir ein Angebot vorgeschlagen, und ich habe gesagt, okay, das müssen die Aktionäre absegnen. Ich hätte ja nur 51 Prozent gebraucht, aber es haben 75 Prozent zugestimmt. Und als das Gericht grünes Licht gegeben hat, ist die Aktie noch einmal hinaufgeschossen. Das heißt, es gefällt den Aktionären. Nein, ich habe kein schlechtes Gewissen. Und ja, die Höhe der Abfindung ist gerechtfertigt.

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