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Drucker gehen in Salzburg auf die Straße

Protestkundgebung

Drucker gehen in Salzburg auf die Straße

Rund 800 Drucker aus Oberösterreich, Tirol und Salzburg haben am frühen Freitagabend auf dem Salzburger Residenzplatz eine Protestveranstaltung gegen die Kündigung des Kollektivvertrages (KV) durch den Verband Druck und Medientechnik abgehalten. Weiterer Grund für die Demonstration der GPA-djp sind Pläne der Unternehmer, die unter anderem die Einkommen der Arbeitnehmer um bis zu 27 Prozent kürzen wollen. "Wir verhandeln, solange sie wollen, aber wenn es nicht geht, dann gibt es Streik", kündigte Franz Bittner, der Chef der Druckergewerkschaft, an.

Schlagkräftige Parolen
"Wir wehren uns", "Lohnverzicht - mit uns nicht", "Arbeitsrecht ist Menschenrecht", "Streik - yes we can", "Wir kämpfen mit Papa für sein Recht" oder "Kampf bis zum Schluss" stand unter anderem auf Transparenten und Tafeln zu lesen. "Watzal, Dasch und Hochenegg wollen ihr Geld nur horten" wurde zwischen den Rednern immer wieder skandiert, begleitet von Trillerpfeifen.

"Wir sind bereit etwas herzugeben - innerhalb eines Jahres geringere Gehalts- und Lohnkosten und wenn notwendig, wenn die Krise anhält auch ein zweites Jahr", sagte Bittner. Am Montag würde mit den Betriebsversammlungen mit den Abstimmungen begonnen. "Ich bin der Letzte, der den Streik möchte, aber bevor sie uns den KV nehmen, machen wir ihn", so der Drucker-Gewerkschaftsboss. "Es geht um unser Einkommen - um unser Hemd", unterstrich Bittner.

Er habe so etwas noch nie erlebt, stellte Zentralsekretär Gerhard Hennerbichler fest. Diese Demonstration sei erst der Auftakt für andere Maßnahmen. "Wir sind eine Gruppe, die nicht nur demonstriert, sondern auch die Arbeit niederlegt." Die Alternative bestehe jetzt darin, dass die Arbeitgeber das Angebot der Gewerkschaft annähmen, kündigte Hennerbichler an.

"Wir zahlen nicht die Zeche für das Versagen des Kapitals - nicht auf Kosten der Arbeitnehmer", meinte der Salzburger Gewerkschaftschef, AK-Präsident Siegfried Pichler. Eine Nullrunde wäre beispielsweise ausgesprochener Schwachsinn, denn das wirke sich auf den Konsum aus, sagte Pichler. Eine faire Gesellschaft und eine stolze Demokratie, die die Krise bewältigen wollten, brauchen die Gewerkschaften, hob der Salzburger GPA-Vorsitzende Walter Steidl hervor. "Die wirtschaftlich Stärkeren sollen für die Schwächeren da sein - dafür kämpfen wir. Die sozial Schwachen sollen nicht für das Versagen des Kapitals betahlen", so Steidl.

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